Sternwarte in Schneeberg lockt nach Sanierung mehr Besucher an

Beobachtungsabende und Vorträge im Planetarium erfreuen sich seit dem Umbau großer Beliebtheit. Und dieses Jahr wartet ein ganz besonderes astronomisches Ereignis.

Schneeberg.

Von der Erde aus gesehen, kommen sich Jupiter und Saturn am 21. Dezember diesen Jahres so nah, dass sie mit dem bloßen Auge betrachtet wie ein Stern aussehen. Astronomen sprechen von einer Konjunktion. Sie findet alle 20 Jahre statt, und es wird vermutet, dass der Stern von Betlehem zur Zeit von Jesu Geburt eine solche gewesen sein könnte. Das Datum sollten sich jene vormerken, die mehr darüber erfahren und mehr davon sehen wollen - in einer Sonderveranstaltung in der Sternwarte Schneeberg.

Für Mike Behnke, der Veranstaltungen und Beobachtungsabende in der Einrichtung mit Thomas Georgi und Klaus-Dieter Kalauch absichert, dürfte das das spektakulärste astronomische Ereignis in diesem Jahr sein. Spektakulär war für die Schneeberger Sternwarte allerdings bislang auch, wie sich die Besucherzahl entwickelt hat, seitdem die Einrichtung nach umfangreicher Sanierung im Oktober 2019 wieder eröffnet wurde. Mike Behnke war zunächst davon ausgegangen, dass spätestens nach Weihnachten der erste Ansturm abebbt. "Aber erst recht in den Winterferien war es bei uns immer brechend voll, zu allen drei Veranstaltungen", kann er nun bilanzieren. Steffen Georgi vom Kulturbetrieb des Erzgebirgskreises hat präzise Zahlen: Von Oktober bis Dezember 2019 kamen 3148 Besucher, im gleichen Zeitraum 2017 - bevor wegen der Sanierung geschlossen wurde - 2966. Im Januar und Februar diesen Jahres kamen schon wieder 2035 Besucher. "Wir stellen ein dynamisches Anwachsen der Besucherzahl fest", so Steffen Georgi.

Für alle, die die Sternwarte im alten Zustand kennen und sie jetzt wieder besuchen, sind das Foyer und das Treppenhaus die absoluten Hingucker. Bilder mit Hintergrundlicht zeigen Objekte wie Galaxien oder Sternenhaufen, die meisten aufgenommen von Mike Behnke. M 33, der Dreiecksnebel, oder M 42, der Orionnebel, gehören dazu. Sie spielen auch eine Rolle zur Langen Messier-Nacht, zu der die Sternwarte für den 21. März einlädt. Die Bezeichnung mit dem "M" geht auf den französischen Astronomen Charles Messier zurück, der 1771 einen Katalog mit 45 Objekten veröffentlichte. Heute listet der Messier-Katalog 110 ortsfeste astronomische Objekte auf. Mike Behnke berichtet davon, dass von Besuchern des Planetariums zunehmend auch Nachfragen wegen Fachvorträgen zur Astronomie kommen. Einen ersten Test, wie gut sie wirklich ankommen, wollen die Schneeberger mit einer Sonderveranstaltung mit Volker Metag, Physik-Professor an der Universität Gießen, am 17. April wagen. Das Thema: "Die Evolution des Universums - Vom Urknall zum Kältetod".

Auch für die Mitarbeiter der Sternwarte haben sich die Bedingungen mit der Sanierung verbessert. "Jetzt ist alles aufgeräumter", sagt Behnke. Eine Errungenschaft sei die Personaltoilette. "Wer viele Stunden eine Veranstaltung durchsteht und wegen des Andrangs auf der Besuchertoilette das Nachsehen hat, weiß, wie wichtig so etwas ist."

Was die Technik in Sternwarte und Planetarium betrifft, sei man auf dem neuesten Stand. Auf der Beobachtungsplattform steht Sachsens größtes Teleskop, mit der von Behnke selbst gebauten Fulldome-Anlage und dem Zeiss-Projektor im Planetarium sind Vorträge aller Art möglich. Einzig für den Steuerungsrechner des Sternenprojektors wird in absehbarer Zeit Ersatz nötig: Der ist bereits seit 13 Jahren in Betrieb.

Die nächsten Termine sind: die Messier-Nacht am 21. März ab 17.30 Uhr, der Astronomietag am 28. März ab 19 Uhr, die Veranstaltung mit Volker Metag am 17. April ab 19 Uhr, "Planeten am Abendhimmel" am 24. April ab 21 Uhr, "Unser Abendstern am Frühlingshimmel" am 29. Mai ab 21 Uhr, "Vollmond mit Mondfinsternis" am 5. Juni ab 20 Uhr, am 19. Juni ab 9 Uhr "Der Mond bedeckt die Venus" und ein Beobachtungsabend zur Sommer-Sonnen-Wende am 20. Juni, 18 Uhr.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.