Storch sei dank: Rückenwind für Windrad-Gegner

Am Zubringer Zwönitz könnten eines Tages mehrere Anlagen entstehen. Doch ein Vogel macht nun ordentlich Wind.

Zwönitz.

Gegen den Bau mehrerer großer Windräder am Autobahnzubringer Zwönitz regt sich bereits seit Monaten Widerstand. Nun bringt wohl ein seltener Vogel die Windenergie-Pläne zum Kippen: Die Rede ist vom Schwarzstorch.

Wie der Zwönitzer Bürgermeister berichtet, bestätigt ein neues Schreiben der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, was die Stadtverwaltung schon länger weiß: Für den Storch - bekannt als scheuer und heimlicher Bewohner des Streitwaldes - bestehe durch den Bau der Anlagen ein "erhöhtes Tötungsrisiko". Wolfgang Triebert (CDU) nennt die Einschätzung einen Erfolg. "Damit schwinden die Chancen für einen Windpark", sagt er.

Die Stadt engagiert sich bereits seit längerem gegen den Bau von Windrädern am Zubringer und begründet das unter anderem mit dem Artenschutz. In der Nähe gebe es mehrere Naturdenkmäler, in denen bedrohte Zugvögel anzutreffen sind, heißt es. Um mögliche Gefahren zu belegen, ließ das Rathaus zu Jahresbeginn sogar ein eigenes Schnellgutachten erstellen, das gut 170 Vogelarten dokumentiert, von denen über 50 streng geschützt sind. Darunter sind der Kiebitz, der Rotmilan - und auch der Schwarzstorch.

Laut Triebert teilt die Kreisverwaltung nun die Ergebnisse des Gutachtens. Die logische Konsequenz sei deshalb, sagt er, dass das sogenannte Vorranggebiet für Windenergie entfällt. Die 58 Hektar große Fläche zwischen Streitwald und Zubringer hätte theoretisch Platz für bis zu 21 große Windräder geboten. Auf Anfrage von "Freie Presse" bestätigt das Landratsamt: "Der Naturschutzbehörde liegen, auf Grund eines von der Stadtverwaltung Zwönitz eingereichten Gutachtens, Daten zu Artvorkommen im näheren und weiteren Umfeld des Vorranggebietes vor." Zu möglichen Konsequenzen hält sich die Behörde aber bedeckt. Die Entscheidung über die Ausweisung von Windkraftgebieten, heißt es, müsse der zuständige Planungsverband treffen. Diesem wolle man "kurzfristig" eine Stellungnahme schicken.

Auch Triebert schränkt ein: Ganz sicher sei der Stopp der Windpark-Pläne noch nicht. Möglich seien etwa ein Gegengutachten der Windkraftlobby und Zugeständnisse der späteren Betreiber. Diese könnten ihre Windräder in der Brutsaison stundenweise abschalten, um die Störche nicht zu stören.

Die Bürgerinitiative Gegenwind, die sich wie die Stadtverwaltung gegen den Windräder-Bau am Zubringer ausspricht, nennt die neueste Entwicklung dennoch erfreulich. Mitbegründerin Anke Jordan sagt: "Jetzt können wir nur hoffen, dass der Planungsverband die entsprechenden Schlüsse zieht."

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