Straßenbahn nach Aue: Baustart erst im September

Aufwendige Vorbereitung verzögert Arbeiten an der Strecke erneut

Aue/Chemnitz.

Erneut verzögert sich der Beginn der Umbauarbeiten an der Bahnstrecke von Chemnitz nach Aue. "Wegen umfangreicher Bauvorbereitungen des Großprojektes" wird der "scharfe Start" auf Mitte September geschoben, teilte der Verkehrsverbund Mittelsachsen, kurz VMS, als Bauherr am Montag auf Nachfrage mit. Die Verzögerung soll aber keine Auswirkung auf die Inbetriebnahme der Strecke haben. Geplant ist, dass die ersten Straßenbahnen Ende 2020 nach Chemnitz rollen, so ein VMS-Sprecher.

Nachdem Anfang Juli vom Eisenbahnbundesamt das Baurecht für die Trasse erteilt worden war, hatte der VMS den Baubeginn für Ende Juli angekündigt. Doch damals wurde nur der Bauauftrag vergeben. Zugleich kündigte der VMS den eigentlichen Beginn der Arbeiten für den 20. August an. Auch dieser Termin kann nicht eingehalten werden. Die Firma sei derzeit mit der Bauvorbereitung beschäftigt, so ein VMS-Sprecher. Diese sei für ein solch umfangreiches Vorhaben - auf einer Strecke von 47 Kilometern werden sechs Bahnhöfe und neun Brücken saniert - besonders kompliziert.


Neben der Baustelleneinrichtung müsse Material, etwa neue Schienen, bestellt werden. Dies sei erst nach Erhalt des Auftrages möglich gewesen, sagt der VMS-Sprecher. Zudem müssen die Baufelder nach Kampfmitteln im Boden, beispielsweise Bomben, untersucht werden. Hinzu komme das Beantragen von Schachtscheinen und das Erstellen einer Dokumentation des Baugeländes. Bei letzterem müssen die Baustellen vor Baubeginn in ihrem ursprünglichen Zustand fotografiert werden. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen und die Schienen geliefert worden sind, soll Mitte September der Start erfolgen, teilen Verkehrsverbund und Baufirma am Montag gemeinsam mit.

Dann soll an drei Stellen gleichzeitig gearbeitet werden. Von der Fraunhofer Straße in Chemnitz wird die Strecke bis zum Bahnhof Reichenhain zweigleisig ausgebaut. Zudem werden in Dittersdorf sowie in Zwönitz die Arbeiten aufgenommen. Insgesamt sollen 70 Bauarbeiter tätig sein. Mit der Trasse wird das Chemnitzer Modell um eine Strecke erweitert. In Chemnitz fahren die City-Link-Bahnen elektrisch, im Erzgebirge mit einem Dieselmotor.

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