Streit im Asylheim landet vor Gericht

Mann sitzt wegen Schlags mit Tasse und Diebstahls auf der Anklagebank

Aue-Bad Schlema.

Weil er seinen Mitbewohner in der Asylbewerberunterkunft im Auer Ortsteil Alberoda im Streit mit einer Tasse auf den Kopf geschlagen haben soll, musste sich ein Flüchtling jetzt vor dem Amtsgericht in Aue verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm gefährliche Körperverletzung vor.

Zusätzlich ist dem Mann Diebstahl zur Last gelegt worden. So soll er laut Staatsanwaltschaft im Dezember 2019 für 4,95 Euro Tabak im Simmel-Markt gestohlen haben. Vor Gericht räumte der Angeklagte bei einem ersten Verhandlungstermin vor einigen Tagen zwar den Tatvorwurf des Diebstahls ein. Er habe damals kein Geld mehr fürs Bezahlen des Tabaks gehabt, erklärte er. Dass er seinen Mitbewohner mit einer Tasse verletzt haben soll, bestritt der Mann jedoch.

Anlass für den Streit der beiden Männer im Dezember vergangenen Jahres war offenbar eine Unstimmigkeit über die Sauberkeit des gemeinsamen Zimmers in dem Heim. Der Angeklagte hatte in dem Zuge verlangt, in einen anderen Raum verlegt zu werden. Schließlich habe es zwischen beiden einen "verbalen Streit" gegeben, so der Angeklagte.

Der mutmaßlich Geschädigte hatte später der Polizei erklärt, er sei an Kopf und Bein verletzt worden. Laut Richter zeigen Bilder in der Gerichtsakte nur kleine Kratzer am Bein - was für die Aussage des Angeklagten spricht. Aufklären ließen sich die widersprüchlichen Angaben beider Männer vor Gericht jedoch zunächst nicht. Denn das mutmaßliche Opfer erschien trotz Vorladung nicht zu einem der Verhandlungstermine. Der Prozess wurde deshalb nun in dieser Woche fortgesetzt. Dieses Mal kam der Mann - vorgeführt mit Hand- und Fußschellen von Beamten.

Auf Nachfrage des Richters erklärte er, dass alles ein Missverständnis sei und sich beide inzwischen versöhnt hätten. "Wir haben uns nur geschubst, es war kein richtiger Streit." Einen Schlag mit der Tasse verneinte er. Die Staatsanwältin ließ den Vorwurf der Körperverletzung daraufhin fallen, forderte aber eine Verurteilung wegen Diebstahls. Zwar ist der Wert des geklauten Tabaks gering, der Angeklagte hat jedoch bereits mehrere Vorstrafen gesammelt. Dem Plädoyer folgte der Richter, der den Mann wegen Diebstahls letztlich zu einer Geldbuße von 600 Euro verurteilte. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. (juef)

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