Tänzer erfüllt sich Traum in der Heimat

Matthias Markstein hat an der Palucca-Schule in Dresden studiert, an Theatern in Münster und München gearbeitet und Weltmeister beraten. Jetzt kehrt er zu seinen Wurzeln zurück und wagt einen beruflichen Neuanfang.

Hartenstein.

Mädchen und Jungen der Kita "Mini & Maxi Hopser" im Hartensteiner Ortsteil Zschocken werden dieses Jahr nicht nur hopsen, sondern richtig toll tanzen. Kein geringerer als Matthias Markstein, ein Absolvent der berühmten Palucca-Hochschule Dresden, arbeitet mit ihnen zusammen und entwickelt mit den Steppkes ein kleines Tanzstück. Aufgeführt wird es zum 60-jährigen Kita-Bestehen und zur 800-Jahr-Feier von Zschocken. "Ich freue mich auf diese spannende Aufgabe", sagt Markstein, der gerade ein Studio für Pilates und Tanz an der Zwickauer Straße in Hartenstein eröffnet hat.

Was einen ausgebildeten Bühnentänzer und Tanzpädagogen, der bereits an Theatern von Münster über Oldenburg und Saarbrücken bis München gearbeitet hat, dazu bringt, gerade in einer Kleinstadt einen beruflichen Neuanfang zu wagen? "Ich habe schon lange davon geträumt, eine eigene Schule zu haben, einen Ort zu schaffen, an dem man etwas geben und teilen kann", sagt der Künstler, der im Hartensteiner Ortsteil Thierfeld aufwuchs und selbst erst mit 14 Jahren bei einem Workshop einer freien Kirche in Lichtenstein das Tanzen für sich entdeckte. Seine Eltern ermutigten ihn, seiner Leidenschaft nachzugehen. Und so schaffte es Matthias Markstein über das Thomas-Gymnasium Leipzig als 16-Jähriger auf die Palucca-Hochschule Dresden.

Nach seinen beiden Studien- abschlüssen war Markstein als freischaffender Künstler und in Engagements an Theatern quer durch Deutschland tätig, arbeitete auch als künstlerischer Mitarbeiter an der Palucca-Hochschule. Dass die Eiskunstläufer Aljona Savchenko und Robin Szolkowy 2012 zum vierten Mal Weltmeister im Paarlaufen wurden - daran hat er ebenfalls eine kleine Aktie. "Sie sind in ihrer Kür nach der Musik des Films über Pina, eine Choreografinnenlegende, gelaufen. Und ich habe versucht, über Emotionen neue künstlerische Komponenten in ihr Programm zu bringen, habe ihnen gezeigt, wie sie den Oberkörper noch besser als Ausdrucksmöglichkeit nutzen können", sagt Markstein. "Diese Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht."

Auch wenn der Westsachse viel unterwegs war: Die Verbindung zur Heimat ist nie abgerissen. So arbeitet er seit 2010 mit dem Zwickauer Mondstaubtheater zusammen. Dass er sich jetzt den Traum des eigenen Studios in Hartenstein verwirklicht, hängt auch damit zusammen, dass sein Lebenspartner gleich nebenan in Oelsnitz/E. eine Firma hat.

"Ich war schon gespannt, wie meine Offerten in der Kleinstadt ankommen. Und ich bin überrascht von der Offenheit der Hartensteiner, finde ihre Experimentierfreude cool. Meine Schnupperkurse im Dezember waren gut besucht", sagt Markstein. "Über den Tanz lernen meine Schüler eine verbesserte Körperkontrolle, erreichen eine bessere individuelle Bewegungskapazität." Hinzu komme eine emotional-soziale Komponente. Bei Pilates würden die Kursteilnehmer lernen, bestimmte Muskeln anzusteuern und bis in die Tiefenmuskulatur zu entspannen, Stress abzubauen.

"Ich will mit meinen Offerten Menschen zwischen sechs und 70Jahren den Spaß am Tanzen und an der Bewegung vermitteln. Dass sich schon etliche nach den Schnupperkursen angemeldet haben, zeigt mir, dass bei ihnen der Funke übergesprungen ist."

https://mmarkstein.de

 

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...