Tänzerinnen auf Japan-Besuch: Bei Hitze hilft ein Pulli

Mehrere Mitglieder des Schneeberger Tanzprojektes Keen on Rhythm sind in dieser Woche nach Fernost gestartet. Sie nehmen an einem Simultanaustausch der Sportjugend beider Länder teil. Überraschungen gibt es an jeder Ecke.

Schneeberg.

Nach wochenlanger Vorfreude ist es endlich losgegangen: Lisa-Marie Langer, Melina Stieglat, Maxi Gnepper und Elaine Wolter aus Schneeberg sowie Michelle Baumgarten aus Lauter, stecken seit ein paar Tagen voll und ganz in ihrem Japan-Abenteuer. Nach einem elfstündigen Flug von Frankfurt/Main nach Osaka haben die Tänzerinnen am Dienstagmorgen mit ihrer Delegation erstmals japanischen Boden betreten.

Die ersten Überraschungen gab es auf der Straße, nachdem sie den Flughafen verlassen hatten: Im asiatischen Inselstaat gilt Linksverkehr. Per Kurznachricht über die sozialen Medien teilten die Erzgebirgerinnen mit, dass das Verkehrsnetz nicht nur aus diesem Grund sehr verwirrend ist. Die Ampeln, die den Verkehr auf der Straße regeln, seien waagerecht und nicht wie in Deutschland senkrecht angebracht. "Die Taxis hier haben Spiegel auf der Motorhaube", schrieben die Mädchen.

Selbst die Fahrzeuge würden ganz anders aussehen. "Der Bau der Autos folgt dem Motto quadratisch praktisch gut." Überraschend war auch die Sauberkeit in der Stadt. Nicht nur die Straßen, sondern auch die Autos blitzen regelrecht in der Sonne. Darüber hinaus erinnere Osaka als bekannte Hafen- und Handelsstadt ein bisschen an Norddeutschland. "Ein Hauch von Hamburg", wollen sie verspürt haben. Die Globalisierung sei durchaus zu sehen: "Ikea gibt es auch hier", vermelden die Schneebergerinnen. Die Architektur hingegen unterscheide sich gravierend. "Blockartig" nennen es die Mädchen.

Doch nicht nur das sei anders als in Europa: Auffallend ist die Freundlichkeit der Japaner, die wirklich lächelnd oder sogar "grinsend" durchs Leben gehen. Dem Ruf als Land des Lächelns macht Japan demnach alle Ehre. Zudem wirken die Menschen sehr jung beziehungsweise sehen jünger aus als sie es sind.

Ein anderes Klischee sehen die fünf Mädchen ebenfalls bestätigt. Die japanischen Männer und Frauen tragen selbstbewusst den Kimono oder zumindest den Yukata, die alltagstaugliche Alternative des Kimonos - auch bei den derzeit sehr hohen Temperaturen. Diese wiederum machen den Mädchen gewaltig zu schaffen. Gut sei, dass es an jeder Ecke einen Getränkeautomat gibt: "Bei der Hitze unser Lebensretter", lassen sie wissen.

Anders als erwartet: Nur wenige Leute tragen in der Stadt einen Mundschutz. Mit dem Kyoto, dem Goldenen Tempel und dem Fushimi-Inari-Schrein hat man auch die erste Besichtigung hinter sich. Beeindruckende Momente, die die Mädchen schon gesammelt hätten, sagt Katja Reichert. Die Leiterin des Tanzprojektes Keen on Rhythm pflegt nahezu täglichen Kontakt zu ihren Schützlingen. Ihr Eindruck: "Die Mädchen sind wirklich glücklich." Da sie selbst auch schon Teilnehmerin des japanisch-deutschen Simultanaustausches war, konnte sie den "Weltreisenden" auch einiges mit auf den Weg geben. "Gerade, die Sache mit den hohen Temperaturen war in der Vorbereitung immer ein Thema", so Reichert.

Aus eigener Erfahrung wusste sie, dass man in Japan immer zwei Dinge griffbereit haben sollte: "Das ist ein Fächer gegen die große Hitze und ein Pullover, denn die Gebäude sind immer wahnsinnig heruntergekühlt. Da kann es einen sonst ganz schön erwischen", so die Leiterin des Tanzprojektes: "Als sie am Mittwoch ihren ersten großen Empfang hatten, hab ich Ihnen extra noch einmal geschrieben, dass sie sich unbedingt einen Pulli einpacken sollen."

Überhaupt kein Problem sei das Essen. Diese schmecke wunderbar und sei sehr vielfältig, heißt es. Die Auswahl sei groß - gerade bei offiziellen Terminen. Auch dabei schlage ihnen eine unglaubliche Gastfreundschaft entgegen.

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