Tödlicher Unfall: Ermittler suchen nach Ursache

Auf einer Kreuzung bei Schneeberg kracht es seit Jahren immer wieder. Jetzt ist bei einer Kollision eine Frau gestorben. Die Unfallkommission des Landkreises will den Fall prüfen - und stellt weitere Maßnahmen in Aussicht.

Schneeberg.

Einen Tag nach dem schweren Unfall bei Schneeberg, bei dem eine Frau ums Leben kam, erinnert kaum noch etwas an die Karambolage. Ein paar rote Striche ziehen sich über die Straße, im Graben daneben liegen Splitter.

Am Montagabend war hier, an der Kreuzung von Bundesstraße 93 und dem Schneeberger Autobahnzubringer (S 282) auf der Weißbacher Kuppe, ein Transporter in einen Kleinwagen geprallt. Nach Angaben der Polizei war die Fahrerin des Wagens auf dem Zubringer aus Richtung Autobahn unterwegs und hatte an der Kreuzung versucht, links nach Weißbach abzubiegen. Dabei ereignete sich die Kollision mit dem Transporter, der aus Richtung Schneeberg kam und Vorfahrt hatte.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde die Beifahrerin (35) im Kleinwagen so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle verstarb. Der Transporter hatte das Auto genau im Bereich der Beifahrertür getroffen. Auch vier weitere Personen in beiden Fahrzeugen verletzten sich, drei davon schwer.

Die Bundesstraße blieb im Bereich der Unfallstelle für etwa vier Stunden voll gesperrt. Neben mehreren Rettungswagen war auch ein Rettungshubschrauber im Einsatz. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf insgesamt 14.000 Euro.

Über die Gründe für den Unfall ist bislang nichts bekannt. Zur Zeit der Kollision war es noch hell; im Bereich der Unfallstelle gilt zudem Tempo 50, nachdem es in den vergangenen Jahren auf der Kreuzung immer wieder zu Unfällen gekommen war. Polizeisprecher Andrzej Rydzik erklärt dazu: "Die Ermittlungen in der Sache laufen."

Auf dem Knotenpunkt von B 93 und Zubringer haben Ermittler seit Sommer 2016 - damals war die S282 neu eröffnet worden - 30 Karambolagen gezählt (Stand: August 2019). Dabei sind 18 Menschen verletzt worden, 12 davon schwer.

Mit einer ganzen Reihe von Baumaßnahmen versuchen das Landesstraßenbauamt als Bauherr der Kreuzung und die Unfallkommission des Erzgebirgskreises seither, die Gefahrenstelle zu entschärfen. Zuletzt war angekündigt worden, zwei stationäre Blitzer zu errichten, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Sie sollen nach aktuellem Plan bis zum Frühjahr 2020 stehen. Aber reicht das aus?

Laut Unfallkommission wird die aktuelle Karambolage genau ausgewertet werden. Wie es zu der erneuten Kollision kommen konnte, können sich die Fachleute derzeit noch nicht erklären. Sie wollen deshalb die Unfallanalyse der Polizei abwarten. Je nachdem, welche Ergebnisse diese liefert, heißt es, werde man im Anschluss weitere Maßnahmen ableiten. Als eine Art Notfallvariante war in der Vergangenheit etwa das Aufstellen von Ampeln diskutiert worden. Viele Autofahrer wünschen sich indes eine ganz andere Lösung: den Umbau des Kreuzungsbereiches zum Kreisverkehr.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    2
    quatschkopf
    16.10.2019

    Es ist doch täglich an solchen Kreuzungen zu beobachten dass sich viele Autofahrer*innen nicht an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten halten. Dann ist es für den abbiegenden schwer einzuschätzen ob das entgegenkommende Fahrzeug 50, 70 oder doch 100 fährt. Auch ich selbst merke bei mir das ich schnell vergesse auf solch großen und breiten Straßen zu bremsen wenn ich gerade an etwas anderes denke.
    Ein Kreisverkehr nimmt eben konsequent die Geschwindigkeit raus.
    Wie sieht es da eigendlich am ähnlichen stellen mir Kreisverkehr aus? In die andere Richtung, von der Autobahn Richtung Werdau sind an solchen Kreuzungen 2 Kreisverkehre. Was ist dort los? Seite läuft der Verkehr dort?



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