Toni schreibt letztes Lied für eine große Liebe

Drei Jahre nach seinem ersten Solo-Album legt der Popmusiker aus dem Erzgebirge seine zweite Platte vor. Sie war wie Therapie, sagt er.

Johanngeorgenstadt.

Zeit für große Gefühle: Für Toni Kraus (22) aus Johanngeorgenstadt war es jetzt mal wieder so weit. Er stellte im Club Krone in Chemnitz vor wenigen Tagen sein neues Baby vor. Ein Pop-Album mit 13 Liedern, überwiegend aus eigener Feder. Solch eine Premiere ist immer Grund für Euphorie, doch Toni hat auf vielfältige Weise Herzblut in die neue Platte gesteckt.

Einen Hinweis darauf liefert der Umstand, dass der junge Musiker sich von den 13 neuen Liedern ausgerechnet den Song "Polaroid" für die Vorab-Veröffentlichung ausgesucht hat, die seit kurzem auf seine zweite Platte einstimmen soll.

Alle Lieder im neuen Album seien ihm gleich lieb, aber "Polaroid" sei der Titel, der ihm persönlich am wichtigsten ist, sagt Toni. Es geht um eine verflossene Liebe, die ihn schon in der Vergangenheit zu Liedern inspiriert hatte. "Das Ende dieser Beziehung ist drei Jahre her", erzählt er. "Sobald ich mich an einen Song gesetzt habe, war diese Person jedoch wieder in meinem Kopf. Ich wollte sie endlich hinter mir lassen. In ,Polaroid' habe ich alles reingepackt, was ich ihr noch sagen möchte. Es ist das letzte Lied für sie." Die Platte zu machen, sei auch ein bisschen wie eine Therapie gewesen.

Drei der neuen Lieder hat Toni zusammen mit dem Musiker Björn Böhm aus Frankfurt/Main geschrieben, den er bei einem Auftritt kennengelernt hatte. "Früher wollte ich so eine Zusammenarbeit nicht, damit es nicht heißt, das ist doch kein echtes Toni-Album", sagt er. "Jetzt habe ich mich nach Input von außen gesehnt. Ich habe dadurch dazugelernt: Wie kann ich das, was ich sagen will, mal auf andere Weise ausdrücken? Es hat Spaß gemacht."

Herzblut hat Toni während der Arbeit auch durch die Trennung von seiner langjährigen Band vergossen. "In einer Beziehung würde man sagen, dass die Luft raus war", meint er. "Die Zusammenarbeit hat uns alle nicht mehr richtig ausgefüllt. Es war Zeit für eine Veränderung."

Obwohl er einige der neuen Titel auf Konzerten schon mit der alten Besetzung gespielt hat, wurde die Platte im Studio komplett mit neuen Musikern aus Leipzig, Apolda und Weimar gemacht. Alles Profis in den Dreißigern. "Ich bin das Küken", sagt Toni.

Und das will im nächsten Jahr endgültig flügge werden. Dann schließt er sein Studium an der Hochschule Mittweida ab. Danach will er als Berufsmusiker arbeiten. "Das war schon immer mein Plan A, wobei ich einen Plan B gar nicht habe, denn dann würde ich nicht an Plan A glauben", sagt Toni Kraus.

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