Triftweg bleibt vorerst Sorgenkind

Die Gemeinde Bockau will die Anwohner unterstützen und die Zufahrt so gut wie möglich in Schuss halten. Ein Problem: Die Straße ist nur teilweise öffentlich gewidmet.

Bockau.

Familie Schubert ist verzweifelt. Das Ehepaar aus Bockau wohnt am Triftweg. "Bei Regen spült es den Berg und den Weg jedes Mal aus", klagt die Frau, deren Mann schwer krank ist und keine Beine mehr hat. "Selbst der Pflegedienst kommt kaum noch an unser Haus heran." Die Nachbarn hätten den Weg immer weitgehend in Schuss gehalten. "Aber sie gehen nun auch auf die 80 zu und schaffen es nicht mehr", sagt die Bockauerin. In der Gemeinde wisse man seit Jahren um das Problem.

Auf Nachfrage bei Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos) ist diesem die Lage am Triftweg sofort bekannt. "Es liegt daran, dass der Weg im hinteren Teil nicht öffentlich gewidmet ist, auch in dem Bereich von Familie Schubert, die das aber weiß." Somit gibt es für diesen Abschnitt keinerlei Fördermittel für einen Ausbau. "Es ist im Prinzip ein Feld- und Wanderweg", so Baumann weiter. Allerdings habe man sich in der Vergangenheit schon Gedanken gemacht, wie man das Problem lösen kann. "Die Planungen ergaben eine Baukostensumme von um die 300.000 Euro." Denn berücksichtigt werden müsste im Fall einer Sanierung ein teurer Stützmauerbau. Bisher habe die Gemeinde zum Ausbessern des Triftwegs, wenn er mal wieder hohl und ausgespült war, das Material gestellt. "Die Anwohner halfen beim Flicken mit."

Aus der Portokasse könne die Gemeinde das Ganze nicht stemmen. "Dazu fehlt uns das Geld. Es gibt andere Dinge, die Vorrang haben", so Baumann, der die Anwohner des Triftwegs unlängst noch einmal ins Gemeindeamt bestellte, um alles zu besprechen. Dabei einigten sich beide Seiten laut Ortschef auf einen Kompromiss. "Um das Übel grundhaft zu beseitigen, muss das Wasser von der Straße." Doch der Kanal in der Schneeberger Straße reiche dafür nicht aus. "Da braucht es eine aufwendigere Planung", sagt Baumann. Diese soll nun dennoch angeschoben werden. "Damit wir ein Projekt in der Schublade haben, falls es Fördermittel gibt. Zumindest für den öffentlich gewidmeten Teil des Wegs." Solange wolle die Gemeinde mit den Anwohnern die Straße befahrbar halten. "Wir bestellen Frostschutz und besorgen außerdem Betonbahnschwellen, die eine Bau-Firma verlegen wird, um ein bisschen mehr Stabilität reinzukriegen."

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