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Trotz Energiekrise: Stadt hält an Freibadsanierung fest

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In Lauter-Bernsbach fällt die Zwischenbilanz mit Blick auf den aktuellen Haushalt positiv aus. Ein Sorgenkind bleibt das Wohnungsunternehmen.

Lauter-Bernsbach.

Im Haushalt von 2022 läuft in Lauter-Bernsbach alles nach Plan. Noch. Das Wörtchen "noch" betont Kämmerin Sylvia Hedrich ebenso wie Stadtchef Thomas Kunzmann (Freie Wähler). "Was uns ereilt, wenn uns die aktuelle Weltlage auch finanziell einholt, ist schwer absehbar. Ich habe Sorge", so der Bürgermeister. Selbst eine Prognose bis Jahresende sei knifflig.

"Da reicht eine Glaskugel nicht mehr aus." Die Finanzchefin machte klar: "Es sieht gut aus. Selbst bei den Steuern nehmen wir mehr ein, als geplant." Die Energiekrise schlage zeitversetzt aber sicher durch. "Das werden wir ab 2023 deutlich spüren." Daher sei Euphorie fehl am Platz. Daran ändert die solide Finanzlage der Stadt wenig, die mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 11 Euro und 4 Millionen Euro auf der hohen Kante zu den Vorzeigeschülern gehört. "Fürs Gesparte zahlen wir wenigstens keine Verwahrentgelte mehr", so Hedrich. Das Sparbuch könnte sich als goldwert erweisen, wenngleich das Geld eher Investitionen dienen sollte. "Und nicht dem Ausgleich eines Finanzlochs, das wegen der explodierenden Preise droht", so Kunzmann.

Er machte klar: "Wir halten alle Angebote aufrecht, solange wir können." So halte er auch an der millionenschweren Sanierung des Bernsbacher Freibads fest. "Man kann nicht alles einstampfen, trotz aller Sorgenfalten." Die Straßenzüge wolle er in der dunklen Jahreszeit beleuchtet lassen. "Bei der Weihnachtsdekoration überstürzen wir nichts, sondern kaufen energieeffizientere LED-Produkte nach, sobald alte Leuchtmittel ausfallen." Kunzmann plädierte für einen starken Zusammenhalt. "Nur so können wir die Krise meistern."

Trotz eines Gewinns von knapp 32.000 Euro im Jahr 2021 bleibt dabei das 1994 gegründete Wohnungsunternehmen der Stadt ein Sorgenkind. Laut Betriebsleiter ist das Plus vor allem krankheitsbedingten Personalausfällen geschuldet. "Zudem sind Investitionen verschoben", so Thomas Weißflog. Der Leerstand in den rund 300 Wohnungen bewegt sich bei 15 Prozent - Tendenz steigend. "Ein Trend, der nicht nur uns betrifft. Ganz Sachsen ereilt eine Leerstandswelle", so Weißflog. Zudem steht der Eigenbetrieb nach wie vor mit 2,5 Millionen Euro bei Kreditinstituten in der Kreide, wenngleich die Tilgung laut dem Betriebsleiter planmäßig voranschreite. So konnten voriges Jahr 302.000 Euro zurückgezahlt werden. Mit dem Zusammenlegen kleiner Einheiten zu größeren Wohnungen wolle man für Familien attraktiv werden, auch wenn die "Hauptkundschaft" eher Singles und alleinstehende Senioren sind. "Wir müssen langfristig an Veränderungen ran, um am Markt zu bestehen", so Kunzmann und führte Barrierefreiheit und Balkone an. "Im Bau sind das Kostentreiber. Es ist also kein leichter Weg", schickte er hinterher. Weiterhin werde alles getan, um bestehenden Reparaturrückstau aufzuholen. "Daher gehen wir in den nächsten Jahren von einem geplanten Verlust aus", so Weißflog und rechnet für 2022 mit einem Minus von 74.000 Euro. Neben Renovierungsarbeiten fließen dieses Jahr unter anderem in die Instandhaltung von Heizkesseln, Wegen und Fassaden 138.000 Euro.

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