Umwelt-Bravo: Rothirsch schafft Sprung aufs Titelbild

Mit einer Zeitschrift wollen Naturschützer auf die Probleme in Flora und Fauna aufmerksam machen. Die erste Ausgabe besticht inhaltlich und optisch durch hohe Qualität - und soll nicht die letzte bleiben.

Aue/Schwarzenberg.

Der Rothirsch hat das Rennen gemacht und ziert das erste Titelbild eines Hochglanzmagazins, das nicht für Mode und Kosmetik, sondern für Naturschutz wirbt. Die Idee dazu hatten das Team des Landschaftspflegeverbands Westerzgebirge (LPV) und der Naturschutzbund. "Wir haben derzeit im LPV viele junge Kolleginnen und Kollegen. Sie bringen frische Ideen ein", freut sich Matthias Scheffler vom Nabu und reicht die Lorbeeren damit gewissermaßen weiter.

Zum Beispiel an Karolin Prott, die im LPV mit Sitz in Lindenau für die Naturschutzberatung verantwortlich zeichnet. Dem Thema widmete sie sich auch in der "Umwelt-Bravo", die zum Nulltarif in den Gemeinden ausliegt und mit einer Auflage von vorerst 1000 Stück gedruckt wurde. Prott wüsste auch schon einen Titel-Kandidaten für Ausgabe Nummer 2: tatsächlich die Kreuzotter, die sich immer mehr zurückzieht. "Und mit ihr gehen weitere Arten wie Eidechsen und Amphibien verloren, weil Lebensräume schwinden", sagt die junge Frau.


Luise Eichhorn, die im LPV Artenschutz und Öffentlichkeitsarbeit betreut, widmete sich auf mehreren Seiten im Heft den Wiesenbrütern als ihrem Spezialgebiet. In der Broschüre stellt sie Bedürfnisse, Ist-Stand und Hilfsmaßnahmen für Wiesenpieper, Braunkehlchen und Co. vor. Auch die LPV-Arbeit soll nach außen getragen werden. So gibt es Rückblicke auf die Vortragsreihe zur biologischen Vielfalt, die am 16. September endet - dann mit dem Thema der Schaffung eines Biosphärenreservats. "Wir denken, dass wir viele interessante Sachen reingepackt haben", so Scheffler. Allein der Rothirsch, an dem sich die Geister bekanntermaßen ja scheiden, dürfte Leseanreiz sein.

Finanziert wurde das Magazin über Fördermittel von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, die Kooperationen wie jene zwischen LPV und Nabu schätzt. Scheffler, Prott und alle anderen Mitwirkenden hoffen, dass die erste nicht die letzte Ausgabe war. "Wir wollen das gern in loser Folge fortsetzen - Themen gibt es zuhauf", sagt Prott. Da sei die erwähnte Kreuzotter, aber auch die Gefährdungslage von Rauchschwalben. "Es wäre in beiden Fällen wichtig, die Menschen für die Probleme dieser Arten zu sensibilisieren." Und wenn es gut aufgemacht ist, liest es sich auch leichter. So besticht das Heft durch einen Mix aus Fachberichten, historischen Infos und tollen Bildern. Dabei ist das Team von LPV und Nabu zuversichtlich, etwas zu bewirken. Scheffler: "Seit einigen Monaten haben wir das Gefühl, dass sich die Menschen wieder mehr für ihre Umwelt engagieren. Auch weil einige Themen, etwa die Bienen sowie der Insekten- und Vogelschutz teils groß durch die Medien gegangen sind."

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