"Unkräuter" bereichern den Gesundheitstag

Der Kneipp-Verein Bad Schlema hat am Samstag in Schneeberg gehaltvolle Ernährung angeregt. Viele Zutaten dafür gibt es gratis aus der Natur.

Schneeberg.

Ist angebliches Unkraut, das am Wegesrand, auf Wiesen und in Gärten wächst, wirklich so schlimm wie sein Ruf? Wenn man zuschaut und kostet, was Kräuterpädagogen aus vermeintlich minderwertigen Pflanzen zaubern, lautet die Antwort eindeutig: "Nein". Man bekommt dabei eine ganz andere Sichtweise auf dieses Grün.

Beim Gesundheitstag im "Haus Aktiv" in Schneeberg, den der Kneipp-Verein Bad Schlema initiiert hat, sind am Samstag verschiedene Aktionen gelaufen. Unter anderem hat Sylvia Kunz Neugierigen erklärt, wie man einen bunt gemischten Obst- und Gemüse-Salat mit Wildkräutern würzt. "Gearbeitet haben wir beispielsweise mit Giersch, den viele Leute im Garten bekämpfen, der aber sehr wertvoll ist und lecker schmeckt. Zudem haben wir Scharfgarbe und Löwenzahn für den Salat genutzt", erklärt die Kräuterpädagogin aus Hartenstein. Man könne Geschmacksträger wie Öl, Salz und Zucker sparen, indem man viel mit Kräutern arbeitet, sagt die 54-jährige. Man habe dadurch neue Geschmackserlebnisse und zudem enthalten Wildkräuter viele wertvolle Inhaltsstoffe.


Das Ganze ist keine Hexerei. Sylvia Kunz: "Man muss sich nur etwas auskennen mit den Wildkräutern und wissen, was man in der Küche verwendet und wie man es verarbeitet." Das Wissen, was sie sich selbst angeeignet hat, gibt sie gern weiter. Gretel Nowatzky aus Bad Schlema ist begeistert: "Wir sind nach Schneeberg gekommen, um etwas Neues über Kräuter zu erfahren und wurden nicht enttäuscht. Es war ein sehr interessanter Vormittag. Wir haben gelernt, wie man mit 'Unkräutern' aus dem Garten arbeitet und sie zubereitet." Es sei ein Irrtum, so die 77-jährige, das alle sogenannten Unkräuter ungenießbar sind: "Die Natur gibt uns so viel, was man sinnvoll nutzen sollte. Die Menschen wissen einfach nur zu wenig über den Wert mancher Pflanzen, die viele wichtige Stoffe enthalten." Neben der Kräuter-Ecke gab es zum Gesundheitstag auch Vorträge, zudem die Möglichkeit, die Lungenfunktion und die Haut testen zu lassen. Ebenso war der Schnupper-Nordic-Walking-Kurs, der bis auf den Keilberg führte, gut besucht.

Die Angebote wurden rege genutzt. Allerdings ist Gisela Keil, die Vorsitzende des Kneipp-Vereins Bad Schlema, etwas enttäuscht, was die Resonanz angeht: "Wir hätten uns schon noch einige Besucher mehr gewünscht."

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