Unwetter hält Teile der Region in Atem

Die Folgen von Starkregen und Gewitter haben gestern die Feuerwehrleute im Erzgebirge beschäftigt. Mehrere Bäume knickten um. Zwei Frauen wurden in ihrem Zelt von einem Baum getroffen.

Auf der Bundesstraße 169 in Schneeberg mussten gestern Feuerwehrleute anrücken. Ein Baum war gegen 15.45 Uhr auf die Fahrbahn gestürzt. Der Verkehr kam zum Erliegen.
Auf einem Grundstück an der Gartenstraße in Grünhain stürzte eine riesige Kiefer um und unmittelbar auf ein Zelt, in dem sich gerade zwei Frauen aufhielten. Sie hatte mehr als einen Schutzengel.
Wasser abpumpen mussten Einsatzkräfte gestern in der neuen Indoor-Spielewelt "Fundora".

Von Beate Kindt-Matuschek und Jürgen Freitag

Gleich zwei Windhosen, im zeitlichen Abstand von nur etwa einer halben Stunde, haben gestern Nachmittag in Grünhain und in Waschleithe gewütet. Dabei sind in Grünhain zwei Frauen verletzt worden, die nahe der Gartenanlage im Bereich der Lößnitzer Straße gezeltet hatten. Der Sturm entwurzelte eine große Kiefer und diese kippte direkt auf das Zelt, in dem die Frauen offenbar Schutz vor dem Regen gesucht hatten. Die Feuerwehrleute aus Grünhain-Beierfeld konnten die beiden Frauen befreien. Sie kamen verletzt ins Krankenhaus. Auch das Auto eines anderen Campers wurde beschädigt.

Am Landhotel "Osterlamm" in Waschleithe brachte der Sturm ebenfalls einen großen Baum zu Fall, der auf den Biergarten stürzte. Doch der war zu diesem Zeitpunkt leer, sodass keine Menschen in Gefahr waren. Die massiven Sitzgruppen, Spielgeräte und ein Fahrzeug wurden beschädigt. Auch auf der Talstraße zwischen Waschleithe und Grünhain mussten zahlreiche herabgestürzte Äste und Bäume von der Fahrbahn geräumt werden.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) überquerte die Region Aue-Schwarzenberg gestern zwischen 15 und 16 Uhr eine größere Gewitterlinie. In der Spitze habe es bis zu 30 Liter pro Quadratmeter geregnet, sagt Meteorologe Thomas Hain. Betroffen sei vor allem die Region Lößnitz-Hartenstein gewesen. "Das ist zwar viel, aber nicht exorbitant", betont er. Zudem seien Windgeschwindigkeiten von bis zu 95km/h gemessen worden. Die Region sei "vergleichsweise glimpflich davon gekommen", meint Hain, weil das Gewitter am Nachmittag langsam weiterzog. In der Region um Zschorlau registrierte der DWD zudem einen Hagelschlag. In Pöhla hingegen, wo zeitgleich das Damen-Skispringen stattfand, fiel nicht mal Regen.

Die Rettungsleitstelle Chemnitz zählte zwischen 14.45 und 17 Uhr insgesamt 25 Einsätze für die Region, fast alle wegen umgestürzter Bäume. Die Zahl sei zwar für die vergleichsweise kurze Zeit hoch, aber nicht außergewöhnlich, heißt es.

Laut Schneebergs Bürgermeister Ingo Seifert habe es gestern insgesamt sieben Feuerwehreinsätze in seiner Stadt gegeben, die meisten wegen umgefallener Bäume. Deshalb war auch die Bundesstraße 169 in Schneeberg für kurze Zeit gesperrt worden. Dass das Unwetter mehrere Bäume im Erzgebirge umriss, wundert Meteorologe Thomas Hain vom DWD nicht. "Wenn so eine Böe aus dem Stand kommt, reißt die ruckzuck Gegenstände mit." Bäume mit flachen Wurzeln und viel Laub seien besonders anfällig.

Nach dem Unwetter musste die Feuerwehr auch zum neuen Indoor-Spielepark "Fundora" ausrücken, der in wenigen Tagen am Filzteich eröffnet werden soll. Gegen 15.35 Uhr wurde gemeldet, dass Wasser in die Anlage eingedrungen sei. Betroffen war der künftige Laserspiele-Bereich. Das Wasser stand laut Augenzeugen nur wenige Zentimeter hoch. Offenbar hatte es das Wasser aus der Kanalisation hochgedrückt. Einsatzkräfte legten das Areal trocken. Größere Schäden blieben nach ersten Informationen aus, auch der Eröffnungstermin sei nicht in Gefahr.

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