Verein zieht mit Museum fünfmal um

Viel Zeit und Mühe investierten Hormersdorfer in die Einrichtung. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit.

Zwönitz.

Das Schlafzimmer, die gute Stube, eine Küche aus der Zeit um 1900 oder ein nostalgisches Klassenzimmer: Im Heimatmuseum Hormersdorf scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Für die Mitglieder des Erzgebirgszweigvereines (EZV) Hormersdorf ist das gemeinsame Projekt Museum eine Herzensangelegenheit, in die sie seit 1993 viel Zeit und Mühe investiert haben.

Aus der Idee, alte Gegenstände aus der Zeit um 1900 zu sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist eine Aufgabe gewachsen, die einen großen Teil der Vereinsarbeit einnimmt. Fünfmal mussten sie mit Sack und Pack umziehen - vom einfachen Raum in einer Zahnarztpraxis, in ein Heimatzimmer in der Schule, in den ehemaligen Kindergarten, die Räume der sogenannten Hunnert bis zum früheren Gemeindeamt. Und bei jedem Umzug wurde die Anzahl der Gegenstände größer. Für die Mitglieder des EZV waren die Veränderungen ein Mammutprojekte, welches sie gemeinsam gemeistert haben. Auch bei der Pflege und Betreuung des Museums sind die Frauen und Männer sehr engagiert.

In diesen Tagen blickt der Verein auf ein 25-jähriges Bestehen seit der "Wiederbelebung" zurück. Bereits 1913 wurde der EZV Hormersdorf ins Leben gerufen. "Aus der Kriegs- und Nachkriegszeit sind keine Aktivitäten überliefert, später sind alle Mitglied im Kulturbund gewesen", erklärt Regine Seifert. Die Hormersdorferin ist seit der Neugründung am 6. April 1992 Vorsitzende des Vereines. Dachverband ist der 1878 in Schneeberg gegründete Erzgebirgsverein. Ob Dorffeste, Umzüge, Tag der Sachsen oder die Gestaltung von zahlreichen regionalen und überregionalen Veranstaltungen, der EZV besteht nicht nur auf dem Papier, er ist präsent.

Aktuell zählt der Verein 54 Mitglieder. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums sind neun Frauen und Männer, die von der Gründung bis heute ohne Unterbrechung im Verein aktiv waren, für ihr Engagement mit Urkunde und Abzeichen geehrt worden. Mitglieder, die während des Jahres 1992 eingetreten sind, erhalten nun die Anerkennung.

Sich für die Entwicklung im Ort und für die Heimat zu engagieren, war Beweggrund für Heinz Buschmann, direkt am Gründungstag in den Verein einzutreten. Er gehört zu den 27 Heimatfreunden die sich dafür entschieden. "Als kultur- und heimatverbundener Mensch war ich von der Idee eines Erzgebirgszweigvereines sofort begeistert", erinnert sich der heute 90-Jährige. Und er hat sich aktiv eingebracht. "Als vereinsinterner Museumshandwerker war er immer da, wenn es klemmte", lobt Regine Seifert.

"Natürlich gab es in den 25 Jahren auch Veränderungen", meint Heinz Buschmann. So zeigt er anhand einer Mappe, wie sich allein die Form der Einladungen zu Veranstaltungen gewandelt hat. Mit fantasievollen Bildern und in Schönschrift hat der Hormersdorfer wahre Unikate angefertigt. "Heute muss alles geschwind gehen. Erinnerungsschreiben werden kurz und bündig mit dem Computer verfasst", erklärt Regine Seifert lachend. "Damit der persönliche Kontakt nicht zu kurz kommt, werden die Schreiben zumindest persönlich verteilt."

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