Vermieter hat vorerst einen Fehlbetrag

Das Wohnungsunternehmen der Stadt Lauter-Bernsbach hat seinen Jahresabschluss 2017 prüfen lassen. Das Minus hat mehrere Gründe. Leerstand ist dabei nur ein Thema.

Lauter-Bernsbach.

Wegen eines neu eingesetzten Prüfers hat der Jahresabschluss des Wohnungsunternehmens der Stadt Lauter-Bernsbach für 2017 etwas länger gedauert als sonst. "Dennoch haben wir alles fristgerecht vorlegen können", so Betriebsleiter Thomas Weißflog. "Da wir das erste Mal bei diesem Prüfer waren, gestaltete sich die Zuarbeit sehr umfangreich." Denn das Büro aus Jahnsdorf musste das Wohnungsunternehmen der Stadt erst kennen lernen.

Thomas Weißflog: "Sehr kompetent und sachlich - so schätze ich den Verlauf der Prüfung ein." Ein Minus steht am Ende zu Buche im Jahresabschluss 2017. Das habe mehrere Gründe und klinge schlimmer, als es tatsächlich ist. Denn ein Großteil des Fehlbetrags resultiere aus einer außerplanmäßigen Abschreibung für ein Objekt, das man ohnehin demnächst verkaufen wolle. "Der Wert dieses Hauses mindert sich. Wir wollten den Verkauf erst im Jahr 2018 darstellen", so Weißflog. Doch der Prüfer bestand darauf, das Gebäude schon ins Vorjahr aufzunehmen. Ist es schließlich veräußert, macht sich das dann auch in der nächsten Jahresbilanz wieder bemerkbar - dann eben als positiver Effekt.

Der aktuell ermittelte Fehlbetrag von rund 63.000 Euro resultiere zum Gros aus diesem Sachverhalt, allerdings sei auch immer mehr Leerstand zu beklagen, räumte der Betriebsleiter ein. Da müsse man als Eigenbetrieb der Stadt ein wachsames Auge darauf haben. Derzeit betrage der Leerstand neun Prozent. "Das sinkt schon mit Verkauf des besagten Hauses." Aber auch eine höhere Sterberate führe zum Anstieg, so Weißflog. "Zudem haben wir für die ehemalige Sparkasse in Bernsbach zunächst keine Mieter gefunden."

Das Gebäude erwarb die Stadt, um im Erdgeschoss weiteren Platz für die Hortbetreuung von Grundschülern zu schaffen. Ist der entsprechende Umbau dieses Bereichs abgeschlossen, fließen Mieteinnahmen durch den Hort-Träger.

Zudem stehen zwei Wohnungen in den Etagen darüber zur Vermietung - ebenfalls nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen durch das Wohnungsunternehmen. "Wir haben zum Beispiel die Beleuchtung komplett getauscht." Die Wohnung oben sei inzwischen vergeben. "Doch im mittleren Geschoss suchen wir noch einen Mieter." Auch damit verringere sich dann die Leerstands-Quote, sagt Weißflog.

Gegründet wurde das Wohnungsunternehmen 1994. Es verwaltet derzeit rund 300 Wohneinheiten, 22 Garagen und Stellplätze sowie 17 gewerbliche Objekte. Auch Kulturhaus Lauter und Kegelbahn laufen unter Regie des kommunalen Eigenbetriebs, der sich laut eigener Aussage auf dem Gebiet der Fremdverwaltung etablieren will und dessen Jahresabschluss 2017 die Stadträte trotz Fehlbetrags aus genannten Gründen unlängst abgesegnet haben. Damit wurde die Betriebsleitung entlastet.

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