Vermisstes Schaf "Gollum" - Polizei findet Kadaver

Ist der verschwundene Schafbock aus Bernsbach doch getötet worden? Ein grausiger Fund in Schwarzenberg legt das nahe.

Lauter-Bernsbach.

Traurige Nachricht vom Schaf "Gollum": Das seit einigen Tagen vermisste Tier aus Bernsbach ist vermutlich tot. Wie die Besitzerin Annett Ullmann berichtet, hat sie nun privat einen Hinweis einer Polizistin erhalten. "Mir wurde mitgeteilt, dass am Talblick im Wohngebiet Sonnenleithe ein Schafkadaver ohne Kopf gefunden wurde", sagt sie.

Die Polizei bestätigt den Fund auf Nachfrage. Bereits am 26. September sei ein Kadaver etwas abseits, nahe eines Waldes gefunden worden, sagt eine Sprecherin. "Die Ermittlungen laufen, ob es sich um das vermisste Schaf handelt." Es spreche aber einiges dafür.

Ullmann ist hingegen bereits sicher, dass es sich um ihr Schaf handelt: "Ich war auf dem Polizeirevier und habe mir Fotos von dem Kadaver angeschaut." Die Hinterläufe des Tieres seien schwarz gewesen - so wie bei "Gollum".

Dunkler Kopf, plüschiges Fell, zwei treue Augen: Der Schafbock - der seinen ungewöhnlichen Namen den großen Augen und dem kleinen Körper zu verdanken hatte, als das Tier noch jung zu der Familie kam - war für Ullmann so etwas wie ein Hund gewesen. "Er war kein normales Schaf, sondern ganz zahm", berichtete sie zu Beginn der Woche. "Er ist sogar in unserem Haus mit rumgerannt."

Seit dem Morgen des 26. September fehlte von "Gollum" jedoch jede Spur. Über Nacht war der Schafbock von einer Weide verschwunden. Die Umstände: rätselhaft.

Laut Ullmann war der Zaun um die Wiese niedergetreten worden; im Boden entdeckte sie zudem zwei verschieden große Schuhabdrücke. Ullmann vermutete deshalb schnell ein Verbrechen.

Aber wer entführte das Tier? Nach dem Fund des Kadavers machen inzwischen wilde Spekulationen die Runde. Ullmann sagt: Die Täter hätten sich jedenfalls nicht mal die Mühe gemacht, die Reste von "Gollum" zu verstecken.

Zur Herkunft der Täter hat die Polizei eigenen Angaben zufolge "einen vagen Hinweis" erhalten. "Dieser wurde uns über drei Ecken geschildert", sagt eine Sprecherin. Ein Beweis sei das aber nicht. Fest steht aus Sicht der Ermittler jedoch: "Dem Tier wurde unsachgemäß Leid zugeführt." Einen natürlichen Tod schließt die Polizei aus.

Tier-Diebstähle sind laut Regionalbauernverband Erzgebirge in der Region selten. Bekannt seien lediglich Fälle aus der Vorweihnachtszeit, heißt es. Das eine oder andere Kaninchen sei da schon verschwunden. Ähnlich äußert sich die Polizei. Tier-Diebstähle sind laut einer Sprecherin bei der Arbeit bei Weitem kein Schwerpunkt.

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1Kommentare
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  • 5
    1
    Hankman
    12.10.2018

    Ein Kadaver ohne Kopf ... Das klingt so ganz anders als die wilden Thesen, die einige Besorgtbürger abgesondert haben, als die erste Meldung zu dem Fall veröffentlicht wurde. Und jetzt? Schweigen. Aber das kennen wir ja. Ich finde es traurig, dass Menschen einen derartigen Level an Verrohung erreicht haben, der sie einem armen Tier sowas antun lässt. Ich hoffe, die Verantwortlichen werden ermittelt und zur Verantwortung gezogen.



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