Verzögerte Alarmierung beim Heidelsberg-Feuer

Der Brand der leerstehenden Heidelsbergschule in Aue im August ist noch nicht aufgeklärt. Bekannt ist dafür inzwischen: Bei den Notrufen gab es ein technisches Problem.

Aue-Bad Schlema.

Acht Wochen nach dem Brand in der ehemaligen Grundschule auf dem Auer Heidelsberg ist der Brandstifter nicht gefasst. Die Polizei geht weiterhin davon aus, dass das Feuer gelegt worden ist. Die Ermittlungen dauern an, man könne derzeit aber keine weiteren Angaben machen, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Wie derweil bekannt wurde, war das Feuer in der Heidelsbergschule einer von mehreren Fällen im Kreis, bei denen es durch technische Probleme zu einer verzögerten Alarmierung der Feuerwehr gekommen ist.

Der erste Notruf war am 23. August 19.28 Uhr in der Rettungsleitstelle Chemnitz eingegangen. Da die Anruferin nur Rauch in der Ferne sah, dauerte es fünf Minuten, um den Ort des Feuers zu bestimmen. Insgesamt habe es 26 Notrufe gegeben, sagte eine Sprecherin der für die Rettungsleitstelle zuständigen Stadt Chemnitz. "Die Alarmierung der Feuerwehren Aue, Alberoda und Bad Schlema erfolgte 19.33 Uhr."

Ein solcher Alarm wird per Mausklick am Computer ausgelöst. Über Digitalfunk erhalten die Mitglieder der angeforderten Wehren eine Meldung auf ihren Funkmeldeempfänger, ein Gerät etwa von der Größe einer Zigarettenschachtel. Sie eilen dann in die Wache und fahren los. In diesem Fall tat sich nichts. Aufgrund der ausbleibenden Reaktionen griff man in der Rettungsleitstelle zum Telefonhörer und alarmierte die Wehren auf die altmodische Art und Weise. Sieben Minuten wurden durch die Störung in der digitalen Alarmgebung verloren.

Seit 19. Juni gab es wiederholt Probleme im Alarmierungsnetz Chemnitz-Erzgebirge, hauptsächlich Verbindungsabbrüche bei den digitalen Alarmgebern, also den Geräten, welche die von der Leitstelle ausgelösten Signale weiterleiten sollen. Wie oft es zu verspäteten Alarmierungen kam, könne nicht mit belastbaren Zahlen unterlegt werden, sagte ein Sprecher des Erzgebirgskreises. Der Brand in der Heidelsbergschule war offenbar einer der letzten, bei denen die Feuerwehren nur verzögert ausrücken konnten. Am 28. August wurde ein Alarmgeber, der bis dahin in der alten Leitstelle Annaberg gestanden hatte, nach Chemnitz umgesetzt. Seit diesem Zeitpunkt seien keine Probleme mehr aufgetreten.

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