Vom Apfel bis zur Flasche: Der Alles-Gravierer vom Fichtelberg

Mit einem Laser zaubert Christopher Gahler Individualität in viele Produkte. Egal ob Markennamen oder Slogans - fast alles lässt sich in die unterschiedlichsten Materialien brennen. Und dem Oberwiesenthaler gehen die Ideen nicht aus.

Oberwiesenthal.

Den Beruf von Christopher Gahler zu beschreiben, fällt nicht ganz einfach. Der Oberwiesenthaler ist in unterschiedlichen Bereichen unterwegs. Er moderiert Sportevents, arbeitet vor allem im Winter im familieneigenen Sportgeschäft Gahler, war schon als Radiomoderator aktiv, spricht Portugiesisch, entwickelt Marketingstrategien, hat seinen eigenen Podcast namens "Erzgebürger", ist DJ und Gründer. Mit seiner Firma "Indivalley" - eine Wortschöpfung aus Individualität und Valley (deutsch: Tal) - will er in der Marketingbranche neue Akzente setzen. Alles, was er dafür braucht, sind gute Ideen und ein leistungsstarker Industrielaser.

Letzteren hat er sich vor etwa einem Jahr zugelegt. Kein günstiges Unterfangen, doch die Anschaffung hat sich gelohnt. Mit dem Gerät lassen sich mühelos verschiedene Materialien wie Holz, Glas, Aluminium, Leder und Kunstleder, Obst und Gemüse lasern. Und Früchte waren es, die ihn auf diese Idee brachten. In Zeiten des immer stärker werdenden Umweltschutzgedankens, wollen immer mehr Supermärkte auf unnötige Verpackungen verzichten. Anstatt also Obst und Gemüse in Plastik zu verpacken, können wichtige Informationen sowie Barcodes mittlerweile auch in die Produkte gelasert werden. Natural-Branding heißt das dann. "Das ist auch für das Marketing interessant", erklärt Christopher Gahler. So können Hotelbetreiber zum Beispiel kleine Botschaften auf Äpfel, Birnen und Co lasern lassen, um am Frühstücks-Buffet für Aufmerksamkeit zu sorgen. Auch bei Tagungen von Unternehmen lassen sich Logos auf diese Weise platzieren. Die Firmen zeigen so, dass sie für eine moderne und gesunde Unternehmensführung stehen, meint Gahler. Kugelschreiber war also gestern, heute nehmen die Kunden einen frischen Apfel mit nach Hause.

Und auch wenn alles mit Äpfeln begann, mittlerweile hat der 25-Jährige das Portfolio kräftig erweitert. Er probiert aus, programmiert, lässt den Laser über unterschiedliche Materialien fahren. Von einer Idee kommt er zur nächsten. Wenn sich Obst mit Gravuren verzieren lässt, warum nicht auch Käse und Würste? Mit Holz arbeitet er viel. Und nicht selten kommen mehrere Bereiche seiner Arbeitswelt in der Werkstatt zusammen. So fertigte er unter anderem Pokale für Sportwettkämpfe. Auch an Merchandising-Produkten für Stoneman wirkte der Oberwiesenthaler mit. Kleine Leser-Logos an Basecaps, Brillenetuis aus Filz, Medaillen aus Acryl. Der Vielfalt sind nur wenige Grenzen gesetzt. Und die Kombination mit der Tischlerei ergibt weitere Möglichkeiten. "Mein Bruder ist gelernter Tischler", erzählt Christopher Gahler. Mit ihm arbeitete er unter anderem für hölzerne Pokale zusammen.

Christopher Gahler ist sich sicher, dass auch die Firmen im Erzgebirge immer mehr auf ihre Außenwirkung achten. Werbung und Marketing werden wichtiger. Und genau an dieser Stelle sieht sich der Jungunternehmer. Lasergravuren, Laserschneiden und Materialveredelung: Ideen hat der 25-Jährige eine Menge. In der Ecke seiner kleinen Werkstatt steht zum Beispiel eine große Korkplatte. Damit will er als Nächstes experimentieren. 0815 von der Stange ist sein Ding nicht. Denn selbst einem Apfel kann er sein eigenes Markenzeichen aufdrücken - oder eben auflasern.

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