Von der Schülergruppe zum gefragten Tanzmusik-Duo

Seit 20 Jahren gibt es die Band Aaflug. Mit einem Ortsjubiläum begann ihre erfolgreiche Geschichte. Zuletzt spielten sie rund 100 Konzerte im Jahr. Im Schwarzenberger Ratskeller gibt es nun ein besonderes Gastspiel.

Schwarzenberg.

Zum Weihnachtsmarkt in Schwarzenberg, zur Nacht der Lichter und zum Nachglühn hat die Band Aaflug immer wieder auf der Bühne vorm Ratskeller gestanden. Das Duo hat mittlerweile ein ganz besonderes Verhältnis zur Perle des Erzgebirges. Dabei sind weder Thomas Mader (34) noch Georg Stefan Seidl (39) in Schwarzenberg zuhause. Mader ist Rittersgrüner und Seidl kommt aus Annaberg-Buchholz. Nichtsdestotrotz wollen die beiden Musiker das zwanzigjährige Bandjubiläum im Ratskeller in Schwarzenberg feiern.

Bei Jan Fuchs, dem Ratskellerchef, sind sie mit dieser Idee offene Türen eingerannt: "Ich finde das Klasse, dass sie erstens das Jubiläum feiern wollen und zweitens, dass sie es bei uns tun werden", so der Gastronom. Fuchs mag, was Mader und Seidl musikalisch machen. Hinzu kommt, dass die beiden Künstler ihre Fete als Benefizveranstaltung sehen. Ein Teil der Spenden geht an das Tierheim in Neuamerika, der andere Teil an das Erzgebirgshospiz in Erlabrunn. Zwar ist der Eintritt am 9. Mai frei. Da der Ritter-Georg-Saal aber nur 200 Leute fasst, ist eine Reservierung dringend empfohlen. Im Ratskeller nimmt man Kartenwünschen entgegen.

Entstanden ist die Gruppe vor zwanzig Jahren in Rittersgrün. Kurzes Nachrechnen macht klar, dass Mader damals erst 14 Jahre war und noch zur Schule ging: "Wir hatten Ortsjubiläum, 750-Jahrfeier, und wollten uns in die Feierlichkeiten einbringen", erinnert sich Mader. Mundartdichterin Franziska Böhm habe Aaflug quasi mit aus der Taufe gehoben. "Sie war die Initiatorin und los ging es ausschließlich mit volkstümlicher Musik aus dem Erzgebirge", so Mader, der gemeinsam mit Bernd Rowek Gründungsmitglied war. Schon damals waren die Instrumente Gitarre und Ziehkästel, oder wie es Mader nennt "Heimatluftkompressor".

Nachdem das Duo den musikalischen Kinderschuhen entwachsen war, öffneten sich die beiden sehr schnell. Neben erzgebirgischen Titeln nahmen sie auch Tanzbares mit auf. "Das war wichtig, denn wir wurden dann schon zu Familienfeiern gebucht." Mit bekannten Oldies, Evergreens und typischer Tanzmusik erfreuen sie auch heute noch ihr Publikum. Viele Jahre lang waren Rowek und Mader gemeinsam unterwegs, spielten unter anderem zu den legendären Faschingsfeten des Antonsthaler Carnevalsklubs in der Turnhalle Rittersgrün. 2015 trennten sich die Wege.

Thomas Mader stand allein da und suchte nach einem neuen Partner. "Georg kannte ich schon Ewigkeiten. Wo und wann wir uns das erste Mal über den Weg gelaufen sind, wissen wir gar nicht mehr genau", sagen sie und lachen. In der Gaststätte Prijut 12 in Oberwiesenthal kreuzten sich die Wege erneut und da fasste sich der Rittersgrüner ein Herz und fragte ihn, ob man nicht hin und wieder gemeinsam Musik machen könnte. Die beiden konnten und trafen damit offenbar den Nerv vieler Veranstalter.

Sowohl von Hoteliers als auch Busunternehmern und Kommunen werden Aaflug gebucht. "Das hat richtig Fahrt aufgenommen", sagt Mader. Und Georg Stefan Seidl ergänzt: "Etwa einhundert Konzerte kommen im Jahr schon zusammen."

Von Anfang an habe für ihn auch festgestanden, dass die beiden als Aaflug auftreten. "Die Band hatte sich ja schon einen Namen gemacht, warum also sollten wir diesen ablegen", so Seidl. Hinzukam, dass man musikalisch den alten Wegen treu blieb. Vier bis fünf Proben standen am Anfang an, um erst einmal das breite Repertoire zu erschließen. "Es hat schon seine Zeit gedauert, bis alles drin war", so Seidl, der genauso wie sein musikalischer Partner nicht nur ein Instrument spielt, sondern auch singt. Natürlich habe das Publikum den Wechsel mitbekommen. "Der eine oder andere war vielleicht sogar auch skeptisch, doch nach einem halben Jahr war das überhaupt kein Thema mehr", so Thomas Mader. Er gewann außerdem den Eindruck, dass es ab 2016 so richtig mit Aaflug bergauf ging. Auf das Jubiläums-Benefizkonzert am 9. Mai freuen sich beide riesig. "Wir haben keine Ahnung, was genau passiert, ob viele oder wenige kommen", so Thomas Mader. Los geht es 19 Uhr. "Da wird es noch einen Überraschungsgast geben. Wir wollen Nachwuchskünstlern eine Bühne bieten, denn auch wir haben einmal angefangen", so Mader.

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