Vor 200 Jahren: Eine Eiche für Sachsens König

Auf dem Unteren Markt in Schwarzenberg steht ein prächtiger Baum. Er feiert am Sonntag ein Jubiläum: Seit 16. September 1818 schmückt er diesen Platz.

Schwarzenberg.

Wenn am Sonntag in Schwarzenberg das Musikfest Erzgebirge ausklingt, zieht es Gäste aus nah und fern in die Altstadt. Ergänzend, hinführend zum musikalischen Ereignis laden die Schwarzenberger Kunstfreunde erstmals zu geselligen und kunstvollen Treffen in privaten Stuben und Höfen ein, die sonst öffentlich nicht zugänglich sind. Und die Altstadtbesucher treffen zudem auf ein "Geburtstagskind": Die stattliche Königseiche auf dem Unteren Markt. Sie soll etwas geschmückt sein, abends vielleicht sogar angestrahlt. Am Sonntag ist es nämlich genau 200 Jahre her, dass sie an jener Stelle gepflanzt wurde.

Anlass für dieses sicher mit einigem öffentlichen Aufwand betriebene Ereignis war auch ein Jubiläum. Seit 50 Jahren regierte in Sachsen ein und derselbe Mann, erst als Kurfürst Friedrich August III., ab 1806 als König Friedrich August I., der Gerechte genannt. Neun weitere Jahre, bis zu seinem Tode 1827, saß er auf dem Thron - die längste Regentschaft, die je ein Wettiner ausübte.

Die Stieleiche in Schwarzenberg gedieh, überstand wirkliche und politische Stürme, erlebte König- und Kaiserreich, Diktaturen und Republiken. Das Naturdenkmal, steht auf dem früheren Bürgerschulplatz, wo einst der erste Friedhof der Stadt war. Seit 7. April 1960 steht die Eiche unter Schutz, erklärt ein 1999 vom Landratsamt angebrachtes Schild. Rund 20 Meter hoch, hat der Baum einen Stammumfang von mehr als drei Metern, einen Kronendurchmesser von etwa zwölf Metern.

Eine Ungereimtheit zum Thema Königseiche hat das stadtgeschichtlich bewanderte Ehepaar Annelies und Gunther Borack entdeckt. Das kriegsbedingte Einschmelzen von Denkmälern aus Bronze oder Kupfer betraf in Schwarzenberg auch eine Gedenktafel am Unteren Tor. Auf einem 1940 vom Bürgermeister ausgefüllten Meldebogen heißt es: "Die Tafel erinnert an eine im Jahre 1806 gepflanzte Eiche, zur Erinnerung der ersten Begräbnisstätte Schwarzenbergs." Ob genannte Jahreszahl stimmt und was genau auf der Tafel stand, sind allerdings offene Fragen.

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