VORSICHT SATIRE: RÜCKBLICK AUF DIE WOCHE : Alles wächst. Aber wohin? Und wie lange noch?

Neun Monate Sommer und drei Monate Nicht-Winter könnten aus Fichtengewipfel Palmengefächer machen.

Das Klima, es ändert sich. In der Gesellschaft werden die Debatten hitziger, die Luft wird rauer. Gute Kontakte erkalten. Dass es immer stürmischer zugeht, wissen nicht nur Befürworter und Gegner einer ohne Bürgerentscheid nahenden Fusion von Aue und Bad Schlema. Liebgewonnenes wird hinweggeweht. Wenn in Zwönitz bei einer Parade im Advent auf einmal acht Weihnachtsfrauen auftauchen, steht nicht nur der alte, traditionsbewusste Opa im Regen - aus Erklärungsnot gegenüber seinen Enkeln.

Was wächst da bei uns heran? In übertragenem Sinn zum Beispiel ein Standesamtsbezirk, der neben Groß- Schwarzenberg und der Gemeinde Raschau-Markersbach bald die Stadt Grünhain-Beierfeld mit einschließt. Sehr gut entwickelt sich zudem der Frust über baustellenbedingte Staus. So haben Kraftfahrer in Aue endlich mal Zeit, Efeu und stilisierte Ranken an Häusern zu studieren. Es wächst auch der Bedarf an Pflegekräften. Sie reisen nun schon aus Albanien an.

Das wörtlich gemeinte Wachstum treibt ebenfalls Blüten. Wer auf hiesigen Märkten die Weihnachtsbäume vergleicht, bekommt den Eindruck, dass einige wohl besser dem Borkenkäfer oder einem Orkan zum Opfer gefallen wären. Der seltsame Fund in einem Teich bei Stützengrün macht ebenso stutzig: Neue Lebensform oder alte Fruchtkapsel?

Wenn die Weihnachtsbaumverkäufer im Erzgebirge nur noch Palmen anbieten können, ist es zu spät, sich über den Klimawandel und seine Ursachen Gedanken zu machen. Egal, ob das mit der Migration oder mit der Erderwärmung zu tun hat.

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