VORSICHT SATIRE: RÜCKBLICK AUF DIE WOCHE : Der Zinker im Erzgebirgswald

Es ist wie im Film - hast du ein Schloss, wirst du die bösen Geister so schnell nicht wieder los!

Wie hätte Edgar Wallace, der Altmeister des Krimis, die Schlagzeilen dieser Woche im Film verwurstet? Vielleicht so: Nebel liegt am Morgen über den Tälern des Erzgebirgswaldes. Zwischen den hohen Bäumen, zerfressen vom Borkenkäfer, in einem finsteren Waldstück stehen neben fluoreszierenden Vollsperrscheiben und gelben Umleitungsschildern nun auch Warnhinweise: "Achtung, hier betreten Sie Wolfsgebiet." Daneben ein Piktogramm, das zeigt: Kinder dürfen hier nicht Ball spielen. Willkommen in 2019!

Die Menschen in ihren kargen Behausungen bringen Hab und Gut in Sicherheit. Schützen aus Angst vor dem Frosch mit der Wolfsmaske die winzigen Turmfalkenküken, damit er die Brut nicht erdrosselt. Da plötzlich knallt der grüne Bogenschütze aus der sicheren Deckung der Sprayer-Oma aus Berlin ein faules Ei an den Kopf, das eigentlich andere treffen sollte. Und deren Enkelkind mit der roten Mütze besorgt sich vorsorglich eine Wasserspritzpistole. Man weiß ja nie!


Der schwarze Abt schreibt indes seinen Schäflein ins Stammbuch, wie eng sie den Gürtel schnallen müssen, und verkündet, dass sie auf lange Sicht keinen Hirten mehr bekommen. Ihr Stoßgebet wird nicht erhört, sie werden wohl allein über die Wiesen ziehen. Für Schutzzäune vor dem Wolf könnten sie ja Fördergelder beantragen, allerdings obliegt deren Zuteilung der Einzelfallprüfung durch den Zinker. Im Banne des Unheimlichen graben derweil die Zwerge weiter im Bergwerk nach Schätzen. Aber das Rätsel des silbernen Dreiecks soll geheim bleiben.

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