VORSICHT SATIRE: RÜCKBLICK AUF DIE WOCHE: Fernblick in den erzgebirgischen Nachthimmel

Warum die DDR Sternwarten baute, was Norddeutsche nachts tun und ein Kumpel aus Beton.

Die Norddeutschen wieder! Während die Erzgebirger umgeben von der Schönheit ihrer Region quasi betriebsblind sind, kurven zwei Norddeutsche einfach so ziellos durchs Gebirge und basteln dann daheim in Wedemark die Ortsschwibbögen nach. 59 Modelle hat das Ehepaar schon zusammen. Viel Zeit wurde dafür verwendet. Das klingt nicht nach einem aufregenden Nachtleben im hohen Norden.

Still ist's im Gebirge auch. Doch da werden nachts Sterne geguckt. Das geht seit dieser Woche wieder super in Schneeberg. Nach einem Jahr Sanierung ist die Sternwarte in einem himmlischen Zustand, wenngleich mit einer irdischen Rechnung. Entstanden ist der Ausguck in der DDR. Damals stand die Astronomie noch hoch im Kurs. Die Bürger sollten schließlich mehr nach oben schauen, als neidisch in den Westen zu schielen. Dabei verwechseln viele bis heute einen guten Fernblick mit Weitsicht. Letzteren hat die Wismut bewiesen. Diese saniert nicht nur die Region mit vielen Millionen an Steuergeld, sondern hat auch ein Herz für die Kunst. Ein gewaltiger Hauer aus Beton wurde aufpoliert, und damit bekommen die vielen Bergleute, die jahrelang den Reichtum des Landes aus dem Berg kratzten, ihr überfälliges Denkmal.

Baudenkmäler gibt es wohl zu viele im Gebirge, als dass sich um jedes gekümmert werden kann. Und bei den heutigen Baupreisen lässt sich alte Substanz schwer erhalten. So können auch im Lichterland die Lichter ausgehen, so wie für die Herrenmühle in Schwarzenberg.

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