VORSICHT SATIRE: RÜCKBLICK AUF DIE WOCHE : Nebulöse News

Phantomschmerzen, Phantomtermine, Phantombands: Wer da nicht misstrauisch wird, dem ist nicht zu helfen

Wem können wir noch trauen? Ehe sich am Pfingstmontag Bild-Kolportist Peter Hahne im Stützengrü-ner Waldgottesdienst dieser Frage zuwendet, kann ich Ihnen einen Teil der Antwort schon geben: Trauen können wir - na ja, nicht unserem Kopf. Da haben Wissenschaftler diese Woche verkündet, dass nicht der Böhmische Nebel den Erzgebirgern Kopfschmerzen und Übelkeit verursacht, sondern ihr Denken. Wer denkt, dass sein Kopf brummt und er rückwärts speisen muss, wenn es stinkt, dem passiert das eben auch. Kopferbrechen nennt man das. Diese Erkenntnis hat 1,6 Millionen Euro gekostet, wobei es das Wortspiel von mir gratis dazu gibt.

Mit einem Banner quer über der verstopftesten Straße von Aue haben Kulturschaffende zum Fiedelkonzert am Sonntag ins Kulturhaus gelockt - eine Woche zu früh. Das waren philharmonische Fake News, es sei denn, man will sich - wie anno DDR-zumal - frühzeitig anstellen. Doch Kultur darf ihrer Zeit getrost voraus sein. Also, alles halb so wild.


Umso wilder war der Leser, der die Redaktion mit der Erkenntnis konfrontierte, dass "Soulful Dynamics" beim R.SA-Festival gar nicht aufgetreten seien. Er sei da gewesen und habe diese Gruppe nicht gehört. Deshalb müsse unser Foto getürkt sein. Fast hätte ich es ihm selbstkritisch geglaubt, bis er erwähnte, dass er zwischendrin eingeschlafen war, böhmisch umnebelt womöglich.

Ach ja, Peter Hahne ist kein Kolportist, sondern Bild-Kolumnist. Sorry, aber der musste raus. Mir können Sie also wenigstens soweit trauen, dass ich hinterher alles gestehe.

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