VORSICHT SATIRE: RÜCKBLICK AUF DIE WOCHE : Wer wird zuerst die Segel streichen?

Warum Günter Eckardt ans Schwarze Meer musste, der Nahverkehr nichts für Eilige ist, und wo Schätze liegen.

Endlich Ferien! Während viele Erzgebirger ab heute gemeinsam im Stau ans Meer zuckeln, durfte Günter Eckardt schon am Dienstag starten. Denn beim Abora-Schilfboot streicht er am Schwarzen Meer die Segel (an), in der Hoffnung, dass diese einmalige Archäologie-Tour eben nicht die Segel streichen muss. Hauptsache durch die Farbe werden die Segel nicht zu schwer, sonst dauert die Fahrt vielleicht länger als erwartet.

Die Weltmeister der Geduld sind jedoch die Fahrgäste des Öffentlichen Nahverkehrs. Wer mit der Bahn von Aue nach Chemnitz will - aus welch unerfindlichem Grund auch immer - für den sollte Zeit keine Rolle spielen. Seit September ist die Strecke dicht, für die es jetzt mit Monaten Verspätung die Baugenehmigung gab, und die wohl erst Ende 2020 wieder offen ist. Und wird es schneller? Von Aue zum Chemnitz Bahnhof jedenfalls nicht. Weil die Bahn künftig mehr Haltestellen ansteuert, überlegen die Betreiber als Ausgleich in die Abteile das Buch "Die Entdeckung der Langsamkeit" zu legen. Wer entschleunigt, der muss nicht in die Ferien hetzen. Zumal die Schätze des Erzgebirges in Pöhla ohnehin geduldig auf die Bergmänner warten. Für viele immer noch unglaublich, doch der Bergbau hat wieder eine Zukunft. Nur gute Leute braucht es. Doch die werden scheinbar immer weniger. Der Fachkräftemangel hat sogar das Vereinsleben erreicht. Durch die Städtefusion Aue und Bad Schlema müssen nun Fußballer tanzen und Tänzerinnen kicken. Wer wird dabei zuerst die Segel streichen?

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...