Wächst um Oschatz-Villa ein neues Ortszentrum?

Nach der Sanierung hebt sich das markante Haus in Schönheide von anderen Gebäuden in der Nachbarschaft ab. Die Gemeinde will nicht untätig bleiben.

Schönheide.

Die Villa Oschatz in Schönheide ist bezogen. Zur offiziellen Einweihung hat Amtsverweser Eberhard Mädler an die drei Nutzer große hölzerne Schlüssel symbolisch übergeben: an Christina Ullmann vom Standesamt fürs Trauzimmer, an Ute Döhner für die Gemeindebibliothek mit Touristinformation sowie an Gottfried Fuchs, Joachim Stöhr und Klaus Meschwitz für die Historische Skitruhe.

Damit beginnt für die Villa, die für 1,2 Millionen Euro saniert wurde, ein ganz neues Kapitel. Das Interesse an den Bauarbeiten hatte in den letzten dreieinhalb Jahren nicht nachgelassen. Beim Tag der offenen Tür, der dreimal angeboten wurde, kamen bis zu 1000 Besucher. Das stellte der Amtsverweser bei der Eröffnung der Kritik an den Ausgaben für das Gebäude und für das Außengelände gegenüber. Sein Blick geht weiter voraus: "Vielleicht erwächst daraus ein neues Ortszentrum - rund um die Villa", sagte er.

Als die Familie Oschatz um das Jahr 1880 herum dieses Haus spiegelgleich mit einem zweiten direkt an der Hauptstraße errichten ließ, war dieser Standort bereits das Ortszentrum. Denn der Unternehmer hatte mitten im Ort seine Wollwaren- und Textilfabrik errichtet. Dieses Gebäude ist aktuell ebenso dem Verfall preisgegeben wie andere in unmittelbarer Nachbarschaft. Ziel der Gemeinde ist es, leer stehende Gebäude abzureißen und die Flächen neu zu nutzen. Beschlossen ist bereits, das Gebäude oberhalb der Oschatz-Villa abzureißen. Eine Idee ist, dort Parkplätze einzurichten. Mädler würde auch ein Festgelände mitten im Herzen von Schönheide für sinnvoll halten.

Noch ist das Gelände um die Oschatz-Villa herum eine Baustelle. Die Außenanlagen sollen im kommenden Jahr fertig gestellt werden. Zukünftige Brautpaare können dann vom Trauzimmer aus über die Terrasse in den Oschatz-Garten gehen. 520.000 Euro wird das Ganze kosten, die Gemeinde steuert 170.000 Euro bei. 25 Eheschließungen gibt es im Schnitt pro Jahr in Schönheide, das einen gemeinsamen Standesamtsbezirk mit Stützengrün hat. Getraut wird in den Rathäusern Schönheide und Stützengrün, bei der Museumsbahn und eben jetzt in der Oschatz-Villa.

Viele Neugierige haben in den vergangenen Tagen laut Ute Döhner in der Bibliothek vorbeigeschaut. Die Mitglieder des Vereins Historische Skitruhe hoffen in der Weihnachtszeit auf viele Besucher und bieten Glühwein und Stollen an.

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