Waldschulheim: Neue Leiterin muss auf Gäste warten

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Die forstliche Bildungseinrichtung ist seit Monaten geschlossen. Untätig ist man dort aber nicht, es gibt anderes zu tun.

Lauter-Bernsbach.

Sie ist 26 Jahre jung und kommt aus Baden-Württemberg. Teresa Schafheutle leitet seit Dezember 2020 das Waldschulheim Conradswiese. Dass es erst jetzt die offizielle Vorstellung durch ihren Arbeitgeber, den Sachsenforst, gab, liegt daran, dass das Waldschulheim seit Oktober vergangenen Jahres wegen Corona geschlossen ist.

Die Schließung war bis zum 18. April vorgesehen - so steht es zumindest auf dem Schild an der Eingangstür zum Waldschulheim. Doch wie es nun weitergeht, weiß momentan keiner. "Die Entscheidung dazu soll in die Hände der Schulen gegeben werden", sagt Michael Pfalz, für die Öffentlichkeitsarbeit im Forstbezirk Eibenstock zuständig. Da aber derzeit alle Schulfahrten nicht stattfinden dürfen, ist auch fraglich, wann Kinder wieder ins Waldschulheim kommen. Normalerweise sind es im Durchschnitt 2500 Kinder im Jahr, so Pfalz. Meist sind es Schüler der vierten Klasse oder Vorschulkinder, die für eine Woche die Unterkunft mitten im Wald ansteuern. Das Hausmeisterehepaar Matthias und Kerstin Golze sowie Dorothee Stark-Friedrich, die in der Küche arbeitet, sind derweil nicht zur Untätigkeit verdammt. Sie haben laut Michael Pfalz Nistkästen gebaut, die Informationstafeln im Umkreis des Waldschulheims aufgefrischt und Hochstände für Kinder geschaffen, die demnächst in Betrieb genommen werden sollen.

Die neue Leiterin hat derweil die Zeit genutzt und bei der Arbeit im Wald und in der Verwaltung geholfen: "So habe ich schon einen großen Teil des Forstbezirks und der Kollegen kennengelernt." Tätig ist sie im Forstbezirk Eibenstock schon seit 2018, zunächst als Anwärterin, später in der Geschäftsleitung. Davor hat sie vier Jahre in Tharandt Forstwirtschaft studiert und sich in dieser Zeit auch zur Waldpädagogin ausbilden lassen. "So viele Stellen gibt es in der Waldpädagogik nicht im Forst, deswegen war ich froh, als die Stelle hier in Conradswiese ausgeschrieben war", erzählt die 26-Jährige. Ihr Vorgänger, Rainer Siegl, war nach 30 Jahren Tätigkeit als Leiter des Waldschulheims im Mai vergangenen Jahres in den Ruhestand gegangen. Am Erzgebirge mag die neue Leiterin die abwechslungsreiche Landschaft, gern geht sie zum Beispiel an der Talsperre Eibenstock spazieren. Der Wald hier unterscheide sich von dem ihrer Heimat Baden-Württemberg: "Hier wachsen fast nur Fichten", sagt die junge Frau.

Wenn ihr das wieder möglich sein wird, will Teresa Schafheutle nach ihren eigenen Worten frischen Wind ins Waldschulheim bringen. Das heißt unter anderem, dass sie Augenmerk darauf legen will, den Kindern mit Spiel und Spaß den Wald nahe zu bringen.

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