Warum Bernsbach keine Ausgleichsbeträge erhebt

In die Sanierung des Ortskerns sind seit 1998 allein sechs Millionen Euro an Fördermitteln geflossen. Das zeigt sich an Straßen und Plätzen. Für Hausbesitzer hat die Kommune gute Nachrichten.

Lauter-Bernsbach.

Wie viel sich städtebaulich in den vergangenen 20 Jahren in Bernsbach getan hat, zeigt ein Blick zurück eindrucksvoll. Zahlreiche Häuser, Straßen und Plätze sind saniert. Dafür flossen Fördermittel. Denn der Gemeinderat beschloss 1998 das "Sanierungsgebiet Bernsbacher Ortskern". Der Prozess ist nun abgeschlossen - somit muss auch die dazugehörige Satzung wieder aufgehoben werden. Dies geschah kürzlich durch das einstimmige Votum des Stadtrats Lauter-Bernsbach.

Mit der Ortskernsanierung einher geht stets die Frage nach Ausgleichsbeiträgen. Anders als etwa in Bad Schlema werden in Lauter-Bernsbach keine erhoben. Ganz einfach weil der verwaltungsmäßige Aufwand, das Geld einzufordern, höher wäre, als die Beiträge an sich. "Das macht also keinen Sinn", so Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler). Es würde ein Defizit von 85.000 Euro entstehen. Die Entwicklung des Ortskerns habe sich bezahlt gemacht. "Auch privat ist viel getan worden, das ohne diese Mittel vielleicht nicht oder nur schwer möglich gewesen wäre."


In dem knapp 32 Hektar großen Ortskern, der zur Zeit des ersten Beschlusses 4100 Einwohner zählte, hat sich eine Menge getan. Allein reichlich sechs Millionen Euro flossen in neue Fassaden, einen schicken Dorfplatz und andere Projekte. Dazu steuerten Bund und Land vier Millionen Euro bei, die Kommune finanzierte weitere zwei Millionen Euro. Obendrauf kommt das Geld von Privatleuten, die die Fördermittel als Teil ihrer Investitionen etwa für die Haussanierung nutzten. Das ergibt eine beträchtliche Summe. Die STEG Stadtentwicklungs GmbH - sie betreute das Projekt Bernsbacher Ortskern - geht davon aus, dass auf einen Euro Fördermittel um die fünf bis sechs Euro Eigenmittel draufkommen. Diese privaten Modernisierungen seien in Bernsbach vergleichsweise oft erfolgt. Mehr als 80 Maßnahmen dieser Art - etwa für neue Fassaden, Fenster, Dächer - haben die Entwickler festgehalten.

Für Erschließungen, Straßenbau und Abbruchmaßnahmen waren 2,5 Millionen Euro nötig. Ein Großteil der 1998 gesteckten Ziele sei erreicht. Herausragende Beispiele seien der neu entstandene Dorfplatz an der Kirche, die neue Kegelbahn "Grüner Baum", das privat sanierte Wapplersche Wohnhaus als Fachwerkschmuckstück, das Pfarr- und das Rathaus sowie die Feier- und die Turnhalle. Nun muss ein förderrechtlicher und formeller Abschluss erfolgen. Die finale Maßnahme ist ganz frisch: Es handelt sich um die Stützmauer im Zuge des Grundschulanbaus und die in dem Bereich neu geschaffene Bushaltestelle.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...