Warum Betreuer aus Schlema nach Polen reisen

Die Kunstgruppe "Kunterbunt" plant einen Besuch in Slupsk. Eine erste Reise brachte einen regen Gedankenaustausch.

Bad Schlema/Slupsk.

Das Reisen sind die Frauen und Männer aus der Kunstgruppe "Kunterbunt" schon gewöhnt. Denn die Bilder der Mitglieder aus dem Bad Schlemaer Wohnheim für behinderte Menschen unterm Dach der Diakonie bringen sie weit herum in Europa. Das nächste Reiseziel: vermutlich Polen. So waren die beiden Heilerziehungspfleger Mandy Paatsch und Alexander Förster, die die kreativen Köpfe des Wohnheims seit Jahren betreuen, jetzt im Nachbarland bei Diakonie-Kollegen zu Gast. "In einem ähnlichen Heim - zum Austausch und Kennenlernen", erzählt Paatsch.

Ein voller Erfolg, wie die Bockauerin sagt. "Wir konnten viel mitnehmen." So erlebten die Erzgebirger einen Themenvormittag. "Auch die Therapien zur Entspannung waren lehrreich." Was das Duo während der dreitägigen Hospitation sehr freute: Die Kunst spielt im Heim im polnischen Slupsk auch eine große Rolle.

Paatsch rief die Bad Schlemaer Gruppe "Kunterbunt" einst ins Leben. Seither bemüht sie sich regelmäßig, dass die in kleinen Ausstellungen zu sehen sind - meist im Ausland. "In Sachen kreativer Fördermethoden haben wir von den polnischen Kollegen viel dazugelernt." So sei für jeden Themenbereich ein bestimmter Therapeut verantwortlich. Ebenso spannend: eine Filmproduktion mit Tonfiguren, die die Bewohner des Heims geschickt einsetzten.

Schnell war daher klar, dass der Besuch keine Eintagsfliege bleiben soll. "Wir erfuhren in der Stadtverwaltung, wie das Sozialsystem in Polen aufgebaut ist und wie die Arbeit mit behinderten Menschen finanziert wird." Festgezurrt ist, dass es eine gemeinsame Ausstellung geben soll. Weiterhin denkbar: binationale Projekte zwischen den Heimen Bad Schlema und Slupsk. "So kann der Austausch vertieft werden", sagt Paatsch.

Impulse gab es zudem für die noch junge Manufaktur "Kunterbunt" als Werkstattraum in einem Gebäude gegenüber vom Bad Schlemaer Wohnheim. Dieses Domizil wurde erst vor Kurzem eröffnet und bietet den Mitgliedern der Kunstgruppe Platz, um sich kreativ zu entfalten. In Polen besuchten Paatsch und Förster zudem ein alternatives Hilfsprojekt für Senioren mit geistiger Behinderung.

Gemeinsamkeit: Sowohl in Polen als auch in Deutschland lege man Wert darauf, dass die Bewohner möglichst selbstständig leben. Unterschied: In Slupsk hat jeder eine eigene Wohnung, es gibt keine Wohngruppen. Fazit laut Paatsch: "Wir freuen uns auf die erste Begegnung von Bewohnern aus beiden Heimen."

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