Weihnachten in der Lügenpresse

"Vorsicht Satire: Rückblick auf die Woche": Auf dem Weihnachtsmarkt wird wieder mal der gleichnamige Mann erwartet? Jetzt reicht's!

Ich habe es versucht, ehrlich. Ich habe argumentiert, mich echauffiert und am Ende meine Mitwirkung entzogen. Trotzdem stehen auch in diesem Jahr wieder dieselben Falschmeldungen in der Zeitung. Zum Beispiel die vom Nikolaus, der zur Kinderweihnachtsfeier sein Kommen angesagt hat. Oder die Mär vom Ruprecht, der auf dem Dorfweihnachtsmarkt Geschenke verteilt. Nicht zu vergessen die Ente vom Weihnachtsmann, der zur Stippvisite im Hospiz das Christkind im Schlepptau hat.

Lügen, nichts als Lügen. Es gibt keinen Weihnachtsmann, verdammt noch mal! Das sind allesamt Laiendarsteller mit wattierten Wangen, die sich als Gedichtekritiker und Geschenkebringer aufspielen, nachdem jemand sie in einen roten Mantel gesteckt hat.


In der Regel weiß die Öffentlichkeit nicht einmal, wer sich hinter der Maske verbirgt. Ist es der Schulhausmeister oder etwa der Kerl, der immer vor der Schule herumlungert? Vielleicht hat der falsche Weihnachtsmann ja Punkte in Flensburg, und der Ruprecht schlägt auch außerhalb der Dienstzeit Kinder? Nur weil einer wie eine leutselige Pausbacke aussieht, heißt das nicht, dass er keine Dumpfbacke ist.

Unsere Aufgabe als Presse ist es doch eigentlich, solchen Leuten die Larve vom Gesicht zu reißen. Oder sie zumindest so weit wegzuziehen, dass es beim Zurückschnappen wehtut. Was aber sagen mir meine Kollegen? Komm runter, das ist wegen der Weihnachtsstimmung! Ich mache das nicht länger mit. Ich bin ab sofort im Widerstand.

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