Wenn sich Oldtimer die Ehre geben

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Technik-Fans haben am Freitag die Sachsen Classic gefeiert. Im Erzgebirge halten die Zuschauer auch Nebel und Niesel nicht ab.

ERzgebirge.

Ein Jugendtraum. Das ist der Porsche für Peter Weidinger: "Es ist die Liebe zu schnellen Autos. Als Kind waren meine Matchbox-Modelle von Porsche. Später hatten sie einen Platz auf dem Armaturenbrett meines Trabants." Dass sich der 63-Jährige Hormersdorfer - in der Motorsportszene kein Unbekannter - vor gut zehn Jahren den Porsche Carrera 3.2 Targa, Baujahr 1988, kaufte, daran sei in gewisser Weise Heinrich Hechenberger Schuld. Als Team Sachsenring sind der Senior aus Annaberg-Buchholz und Peter Weidinger, er ist Vorstandsmitglied für Sport beim ADAC Sachsen, seit Jahren in den Rallye-Starterlisten zu finden. Die erste Zeit gingen sie mit Hechenbergers Auto an den Start. Nun bei der 18. Auflage der Sachsen Classic eine Premiere: Co-Pilotin ist Katja Weidinger, die Tochter. "Aber Heinrich meinte am Telefon, er sei in Gedanken bei uns", sagt Peter Weidinger.

156 Fahrzeuge nehmen an der dreitägigen Gleichmäßigkeits- und Zuverlässigkeitsfahrt teil, die am Donnerstag in Zwickau gestartet worden ist. Den ersten Tag meisterte das Vater-Tochter-Team aus dem Erzgebirge sehr gut und war auch am Freitag bei der Wertungsprüfung neben der Jöhstädter Fahrzeughalle der Preßnitztalbahn optimistisch. "Eine Oldtimer-Rallye lebt von den Teilnehmern und der großen Begeisterung der Zuschauer - wie man sie wirklich nur in Sachsen erfahren kann", sagt Peter Weidinger. Technikfans kommen unkompliziert miteinander ins Gespräch. Das war auch bei den Stationen im Erzgebirgskreis keine Überraschung. Trotz des Nieselwetters am Morgen winkten Schaulustige den Fahrern begeistert zu. Wartezeiten wurden zum Fachsimpeln genutzt. Musste einem Oldtimer Starthilfe gegeben werden, fanden sich schnell einsatzbereite Helfer.

Ein Signal für Oldtimer-Fans? Unter den Classic-Startern befindet sich auch Bundesverkehrsminister und Autonarr Andreas Scheuer (CSU). Beim Zwischenstopp in Jöhstadt versprach der Politiker laut ins Mikrofon, dass er sich für die Pflege der Automobilkultur in Deutschland stark machen wolle. Betrachte man die Technik-Entwicklung in den Fahrzeugen, sei das der stete Beweis für Fortschritt und Innovation.

Peter Weidinger sieht es pragmatisch. In seinem Ehrenamt hatte er in diesem Jahr Veranstaltungen wie die IDM Lausitz 2021 und die ADAC Sachsenring Classic 2021 absagen müssen. Kein leichter Job für den Motorsportfan, der in der Rennabteilung bei MZ in Zschopau seine Ausbildung begann: "Wir müssen Danke sagen, dass der Freistaat in dieser schwierigen Zeit solch große finanzielle Unterstützung leistet. Das ist nicht selbstverständlich." Das hilft, die Traditionen zu sichern.

Nach 250 Kilometern war dann Dresden am Nachmittag das Ziel. Eine echte Hausnummer werden die 350 Kilometer am Samstag ins Nachbarland Tschechien. So eine lange Classic-Etappe gab's noch nie.

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