Wie lange bleibt Wetter noch Handarbeit?

Der Grünen-Abgeordnete Stephan Kühn hat im Bundestag eine Kleine Anfrage gestellt. Darin geht es auch um die Zukunft der Station am Fichtelberg. Gibt es doch noch Hoffnung?

Oberwiesenthal/Berlin.

Die Zeit läuft - gegen die Wetterwarte am Fichtelberg. Noch immer stehen wie in Stein gemeißelt die Pläne des Deutschen Wetterdienstes, auf dem Dach Sachsens ab 2019 Wetterdaten nur noch vollautomatisch erheben zu wollen. Und noch immer kämpfen insbesondere die Grünen für den Erhalt dieser Wetterstation. Ein kleines Fünkchen Hoffnung sieht jetzt Stephan Kühn, Grünen-Bundestagsabgeordneter in der Antwort des Verkehrsministeriums auf seine Kleine Anfrage zur Zukunft der Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

"Darin räumt die Bundesregierung ein, dass für die rein technische Erfassung von Bedeckungsgraden und Schneehöhen die Datenqualität verbessert werden muss. Die Bundesregierung will deshalb auch nicht die Frage beantworten, wann der automatisierte Regelbetrieb beginnen kann", so Kühn. Für die Erfassung vom Schnee-Wasser-Äquivalent werde eingeräumt, dass der Regelbetrieb ab 2019 keinesfalls sicher ist, weil sich bisher die getesteten Technologien (noch) nicht als tauglich erwiesen hätten. Das will der Grünen-Politiker als Ansatz nehmen, um mit dem Präsidenten des Deutschen Wetterdienstes darüber zu verhandeln, dass die Wetterwarte Fichtelberg doch über 2019 hinaus weiter bemannt arbeiten kann.

Aktuell sind in der Station sechs Mitarbeiter beschäftigt. Die Pläne des DWD sehen vor, dass dieses Personal künftig mit anderen Aufgaben betraut wird. Das könne in den Bereichen der Meteorologischen Observatorien, Systeme und Betrieb, Service und Logistik, Basisvorhersagen, Klima- und Umweltberatung, Klimaüberwachung sowie in der Verwaltung sein.

Schon jetzt voll automatisch arbeitet in Sachsen die Wetterstation Chemnitz. Neben der auf dem Fichtelberg soll bis 31. Dezember 2019 in Sachsen auch die Warte in Zinnwald auf den automatischen Betrieb umgestellt werden. Der DWD verfolgt damit das Ziel, die Messnetzkonzeption zu optimieren. In Deutschland gibt es 18 Wetterstationen, die für die vergangenen 100 Jahre vollständige klimatologische Datenreihen vorlegen können. Dazu gehören in Sachsen die Warten Chemnitz, Fichtelberg sowie Leipzig-Holzhausen.

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