Windkraftgegner schreiben an Kretschmer

Die Bürgerinitiative aus Zwönitz will den Ministerpräsidenten während der Koalitionsverhandlungen an ein Wahlversprechen erinnern. Sie beruft sich auf eine bestimmte Aussage.

Zwönitz.

Anke Jordan und ihre Mitstreiter von der Bürgerinitiative (BI) "Gegenwind Niederzwönitz-Dorfchemnitz" wollen endlich Klarheit: Dürfen bis zu 21 Windräder mit bis zu 200 Metern Höhe auf einer Fläche von 58 Hektar in der Nähe des Zwönitzer Autobahnzubringers an der Milchviehanlage errichtet werden? Oder wird es gesetzliche Einschränkungen geben, die das verhindern?

"Im Wahlkampf hat Ministerpräsident Michael Kretschmer erklärt, dass er sich für die Einführung einer Abstandsregelung von Windenergieindustrieanlagen zu Wohnbebauung von 2000 Metern in Sachsen stark machen will. Dies befürworten wir uneingeschränkt", erklärt Anke Jordan. Um den sächsischen CDU-Chef nach der gewonnen Landtagswahl in den derzeitigen Koalitionsverhandlungen an sein Wahlversprechen zu erinnern, hat die BI ihm jetzt einen offenen Brief geschrieben, quasi als Rückenwind.

Aus Sicht der BI wäre die Durchsetzung dieses Mindestabstandes ohne Ausnahmen gleichzusetzen mit der Einlösung eine Versprechens. "Beim Sachsengespräch am 21. Januar in Annaberg hat Kretschmer gesagt: ,Wo die Bürger keine Windenergieanlagen wollen, werden keine Windenergieanlagen gebaut!'", sagt Anke Jordan.

Doch diese Zusage im Wahlkampf ist nicht das einzige Argument der Windkraftgegner. "Es gibt außerdem ein naturschutzfachliches Gutachten. Dort wurden auf einigen hundert Seiten genügend Gründe für den Schutz von Natur und Umwelt dargelegt", sagt sie. Schließlich würde mit den Windenergieanlagen in Zwönitz ein wichtiges Brut- und Rasthabitat für unzählige Vögel in Gefahr gebracht. Es brüten im Streitwald nordwestlich und nahe des geplanten Gebietes für Windenergie unter anderem Schwarzstörche. Ihr Flugweg zur Futtersuche zum Stausee "Niederer Halsbach" und die angrenzenden Sumpfbiotope würden durch die möglichen Windkraftanlagen direkt gekreuzt und stellen somit eine unmittelbare Gefahr für das Leben und die Unversehrtheit dieser Tiere dar, argumentiert die BI.

"Trotz dieser Einwände haben wir das Gefühl es tut sich nicht", sagt Anke Jordan. Seit zwei Jahren kämpft die BI inzwischen gegen die Windräder. "Wir haben zwar das naturschutzfachliche Gutachten und auch die Stadt steht hinter uns, doch die Fläche ist immer noch als Vorranggebiet ausgewiesen", erläutert die Mitbegründerin der BI.

Und was sagt der Ministerpräsident zur Windenergie und den derzeitigen Verhandlungen mit SPD und Grünen? "Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu Inhalten und Sachständen der laufenden Koalitionsverhandlungen", teilte ein Sprecher des CDU-Landesverbandes mit. Die BI hofft nun aber, dass ihr Brief genügend Wind macht.

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    3
    Tauchsieder
    27.11.2019

    Wer wegen dieses Versprechens durch den Rotschopf die CDU gewählt hat, der sollte sich selbst hinterfragen. Der glaubt auch noch auf den bald erscheinenden Weihnachtsmann und den ein Stück später vorbeikommenden Osterhasen.
    Wie sagte doch einst Adenauer - Was stört mich mein Geschwätz von gestern -. Übrigens war der auch in der CDU.



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