Wo der Fahrgast im Taxi in Coronazeiten am besten sitzt

Für Euch da Ein Taxi braucht dieser Tage kaum einer - weder Schüler, Touristen noch Kneipengänger. Autos von Sören Schmeuser aus Schneeberg sind trotzdem regelmäßig unterwegs.

Schneeberg.

Deutlich weniger geworden, aber nicht zum Erliegen gekommen ist der Fahrbetrieb im Taxi- und Mietwagenbetrieb Schmeuser aus Schneeberg. "Es rollt noch", sagt Sören Schmeuser, der das Familienunternehmen in zweiter Generation führt. Anfang Mai, vor genau drei Jahren, übernahm er den Staffelstab von Vater Ulrich, der den Taxibetrieb am 1. April vor 30 Jahren gegründet hatte. Also direkt nach der Wende. Das Jubiläumsjahr wird für beide in jedem Fall ein besonderes. Vor allem wegen Corona.

"Aber da müssen wir jetzt durch. Es geht schließlich allen so", sagt Sören Schmeuser. Vor allem ein Auftragszweig laufe nach wie vor: die Fahrt von schwer kranken, zumeist an Krebs leidenden Patienten. "Diese bringen wir zu ihren Therapien zum Beispiel nach Aue, Zwickau und Chemnitz in Krankenhäuser oder Arztpraxen", sagt der 44-Jährige, der in diesen Tagen im Auto besonders auf Abstand achtet. Mundschutz ist für die Fahrer seit Wochen Pflicht. "Wir bitten unsere Fahrgäste außerdem, hinten rechts Platz zu nehmen - und damit möglichst weit vom Fahrer entfernt." Auch die Kommunikation beschränke sich aufs Wesentliche, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. "Weil alle anderen Aufträge derzeit ruhen, können wir im Bereich der Krankenfahrten mehr annehmen. Da fehlen uns im vollen Betrieb sonst die Kapazitäten."

Denn der Service des Unternehmens mit Sitz im Schneeberger Ortsteil Griesbach geht über den normalen Taxibetrieb hinaus. "Dieser ist zum Erliegen gekommen, seit Kneipen, Restaurants und Hotels geschlossen haben. Da braucht ja keiner mehr ein Taxi für den Heimweg oder vom Zug zur Unterkunft." Auch der Schülertransport ruht. Unter anderem befördert das Team körperlich eingeschränkte Kinder in Spezialschulen nach Chemnitz. "Da arbeiten wir hervorragend mit dem Landratsamt zusammen", berichtet der Unternehmer.

Bis dieser Arbeitszweig wieder "losrollt", wird es wohl noch ein bisschen dauern. Solange bleibt ein Teil der rund zehn Fahrer, die normalerweise in Vollzeit, Teilzeit oder auf Abruf eingesetzt werden, in Kurzarbeit. Nur noch drei Leute sitzen derzeit für die Krankenfahrten hinterm Steuer. Zwei von den insgesamt sieben Fahrzeugen sind komplett abgemeldet, um Kosten zu sparen. Ganz selten sei es in der Krise übrigens bisher der Fall gewesen, dass Wagen und Fahrer für Einkäufe geordert wurden. "In Einzelfällen von älteren Kunden."

Der 30. Firmengeburtstag sollte Anfang April groß gefeiert werden, wurde aber von Corona und den Folgen überholt. "Dennoch danken wir allen für die zahlreichen Glückwünsche", sagt Schmeuser, der den Weg der Politik trotz aller Einbußen auch für das eigene Unternehmen richtig findet. "Fehlerfrei bleibt dabei keiner, denn so etwas war noch nie da." Es gelte, dass sich alle an die Regeln halten. "Damit wir es schnell überwinden und im Mai oder Juni alles wieder normal anlaufen kann."

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