Wo in Schneeberg bald neue Blitzer stehen

Noch in diesem Jahr soll die Bergstadt zwei Messanlagen erhalten. Aufgestellt werden sie an einem Unfallschwerpunkt.

Schneeberg.

An der Kreuzung auf der Weißbacher Kuppe in Schneeberg kracht's seit Jahren immer wieder. In den vergangenen sieben Monaten allein drei mal. Nun sollen zwei stationäre Blitzer die Verkehrssicherheit auf dem Straßenabschnitt erhöhen. Wie das Landratsamt des Erzgebirgskreises erklärt, gehen die beiden Messanlagen noch in diesem Jahr in Betrieb - vorausgesetzt, die Witterung spielt mit. Alternativ ist das Aufstellen für Anfang des kommenden Jahres geplant.

Der Knotenpunkt von Bundesstraße 93 und dem neuen Autobahnzubringer Schneeberg (S 282) ist bereits seit längerem in den Schlagzeilen. Seit Eröffnung der Trasse im Sommer 2016 haben sich auf der Weißbacher Kuppe mehrere schwerer Verkehrsunfälle ereignet. Die Polizei hat bis heute insgesamt 30 Karambolagen gezählt. Dabei sind 18 Menschen verletzt worden, 12 davon schwer. Der geschätzte Sachschaden laut Ermittler: fast eine Viertelmillion Euro.


Mit einer ganzen Reihe an Maßnahmen versuchen das Landesstraßenbauamt als Bauherr der Kreuzung und die Unfallkommission des Erzgebirgskreises seither die Gefahrenstelle zu entschärfen. Auf der Fahrspur von Schneeberg in Richtung Autobahn72 ist die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 50 gedrosselt, die Rechtsabbiegespur nach Langenweißbach verkürzt worden. Ganz gesperrt - um den Kreuzungsbereich übersichtlicher zu gestalten - ist bereits seit einer Weile die Linksabbiegespur.

Zwar haben die Unfallzahlen im Laufe der Zeit abgenommen. 2016 waren 14 Zusammenstöße gezählt worden, 2017 insgesamt 10, in den Folgejahren dann nur noch jeweils 3. Aber die Unfallserie ist eben nicht gestoppt. Die neuste Hoffnung deshalb: die Blitzer.

Wie André Beuthner, Sprecher des Landratsamtes, erklärt, wird eine der Anlagen an der B 93 stehen, die andere an der S 282. "Der genaue Standort wird nach Prüfung der technischen Bedingungen zusammen mit dem Hersteller festgelegt. Ziel ist es, die Geschwindigkeit der Fahrzeuge kurz vor der Kreuzung und damit der Gefahrenstelle zu überprüfen", sagt er.

Welcher Gerätetyp angeschafft wird und wer der Hersteller ist, ist laut Sprecher Beuthner noch nicht entschieden. Für den Kauf ist im Haushalt des Landkreises aber bereits Geld reserviert. Er sagt: "Für die Beschaffung von zwei stationären Messanlagen sind Mittel in Höhe von 180.000 Euro eingeplant." Kurios: Autofahrer müssen damit rechnen, dass je nach Fahrtrichtung verschiedene Geschwindigkeiten kontrolliert werden. Denn während in Richtung Autobahn Tempo 50 gilt, darf man auf dem Rückweg 70km/h fahren. Da bei jeder Messanlage der Grenzwert unterschiedlich eingestellt werden kann, seien verschiedene Tempolimits technisch kein Problem, so Beuthner dazu.

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3Kommentare
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  • 2
    0
    JochenV
    14.08.2019

    Besteht Journalismus tatsächlich nur darin, Ausführungen eines Amtes zu veröffentlichen oder ist journalistischer Inhalt nicht vielmehr, sich am Anfang ein relevantes Bild von der Situation zu erarbeiten, wozu die von KlSch und Laguna aufgezeigten Umstände klar und deutlich gehören und auch vorher problemlos hätten eruiert werden können ? Ich denke, mit dem Artikel ist die FP keineswegs aus dem Problemfeld entlassen !

  • 4
    0
    laguna66
    12.08.2019

    Dieser Artikel stand heute früh schon mal in der FP und wurde von mir kommentiert. Aber jetzt ist er weg. Schade und irgendwie komisch? Deshalb nochmals meine Meinung: Eine total verfehlte Planung. Fast jeder mit Ortskenntnis hat für einen Kreisverkehr plädiert. Wurde aber von den "Entscheidern" einfach weggebügelt. Große Einweihungsfeier mit der üblichen Polit-Prominenz und dann ging die Unfallserie auch schon los. Warum werden die Verantwortlichen, die so einen "Mist" geplant und genehmigt haben, nicht belangt? Eine Zufahrt zu einem schon lange nicht mehr existenten Militär-Schießplatz gebaut, der jetzt gesperrt ist. Und jetzt die geniale Lösung mit 2 Blitzern. 250 000 € Unfallschadenkosten + 180 000 € Baukosten für Blitzer + Kosten für gesperrte sinnlos- Abfahrt. Und alles bezahhlt der liebe Steuerzahler. Ein typisches Beispiel für unser Deutschland. Schaut in unsere Nachbarländer, wie dort Strassen gebaut wurden und werden. Ich wünsche allen eine gute und unfallfreie Fahrt.

  • 3
    0
    KlSch
    12.08.2019

    Fazit: Es geht hier nicht um Sicherheit, sondern um Abzocke. Ansonsten hätte Herr Beuthner sich endlich mal Gedanken über einen Kreisverkehr gemacht. Der übrigens schon von Anfang an hätte gebaut werden können. Und in der Summe (sinnloser Kreuzungsbau + 180.000 € Ampel, was bestimmt wie immer sowieso mehr wird) den Steuerzahler nicht soviel gekostet hätte. Und dazu noch wesentlich sicherer ist.



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