Mundartwort 2020: Wo Mundart auf Hobby trifft

Auch in seiner Freizeit ist der Erzgebirger nicht maulfaul. Mundartliches klingt überall - ob beim Schnitzen oder Schrauben, Schwitzen oder Schunkeln. Diese Worte sind jetzt gesucht.

Annaberg-Buchholz.

Die Erzgebirger sind - jedenfalls in normalen Zeiten - nicht nur tagein, tagaus fleißig bei der Arbeit, sondern nutzen auch vergnüglich ihre freie Zeit. Dabei haben sie immer das eine oder andere erzgebirgische Wort auf den Lippen. Getreu den Zeilen von Anton Günther in seinem Lied "Wu de Walder haamlich rauschen":

Off de Barg, da is halt lustig.

Off de Barg, da is halt schie...

Natürlich ist derzeit auch hierzulande durch dieses miese Virus vieles alles andere als "schie". Doch umso mehr werden nun Erinnerungen wach: Während die einen am liebsten "allaa in Gartn rimbuddeln", in "de Schwamme gieh" oder "en Bargmaa schnitzend" auf der Bank vorm Haus hocken, gibt es in besseren Zeiten nicht wenige, die ihre Freizeit mit Freunden in einem der vielen Vereine im Erzgebirge verbringen. Ob beim Fußball oder Angeln, ob beim Klöppeln oder Reiten, ob beim Chorsingen oder Jagen - und überall gibt es spezielle Mundartwörter, die man gut und gerne in die Neuauflage des gemeinsamen Wettbewerbes von "Freie Presse" und Erzgebirgsverein um das schönste Mundartwort 2020 schicken kann.

"Wenn da die Erzgebirger in den nächsten Tagen ein bisschen genauer hinhören und in sich hineinhören, wenn sie ihrem Hobby nachgehen oder an ihr Hobby denken, dann kommt sicher so manches interessante Wort ans Tageslicht", ist sich Carmen Krüger vom Erzgebirgsverein sicher. Sie setzt auch darauf, dass viele jetzt in Corona-Zeiten froh sind über etwas Abwechslung, wenn man zu Hause sein muss. Schon bei der Juryauftaktsitzung hatten die Mitglieder ihre Lieblingsworte parat. Hendrik Seibt etwa gefällt raachern (räuchern), Carmen Krüger friemln (intensiv an was basteln), Christof Heyden ärschling (rücklings) und Andreas Luksch ruschln (Schlitten fahren).

Und wie wird das Siegerwort ermittelt? "Wie gehabt", so Carmen Krüger. Nach Einsendeschluss am 1. September tagt die Jury. Diese wird bis Oktober aus den Zusendungen zunächst die Top-Zehn ermitteln. Unter diesen küren dann die Erzgebirger das Mundart-Siegerwort 2020. "Hoffentlich wird es danach die öffentliche Präsentation des Erzgebirgischen Wortes 2020 geben können", sagt Carmen Krüger mit Blick auf die Corona-Krise. Jedenfalls sei die Abschlussveranstaltung im Volkshaus Thum bereits für den 25. Oktober gebucht. Wenn die Erzgebirger fleißig mit reimen, könnte zudem das neue Erzgebirgslied zur Uraufführung kommen ...


Die bisherigen Mundart-Siegerworte seit 2017

Seit 2017 gibt es die gemeinsame Suche von "Freie Presse" und Erzgebirgsverein nach dem Erzgebirgischen Mundartwort.

2017 bekam "Sperrguschn", das Wort fürs allwissende Plappermaul, den meisten Zuspruch.

2018 kochte "kabsch" die Wortkonkurrenz ab. Bei der Festveranstaltung erwies sich das Publikum alles andere als mäklig, füllte sogar zwei Säle.

2019 gewann das Wort "Lorks", was nicht etwa minderwertig war, sondern Mundartfreunde begeisterte. (alu)


Machen Sie sich einen Reim auf Orte ...

Es könnte das Lied des Jahres werden - wenn Sie, liebe Leser, Ihre poetische Fantasie in Worte fließen lassen: für eine Hommage auf Ihren Wohn- oder Lieblingsort im Erzgebirge. Mundart-Musiker Hendrik Seibt hat die Melodie komponiert und einen Beispiel-Reim gemacht - natürlich auf seinen Heimatort Gelenau:

Zwischen Annabarch un Chams, do liecht a Ort mit Sonnenglanz!

Dieser Ort is werklich schie,

ne klare Dorfbooch, Walder grie!

Dieser Ort ist ellenlang,

de Gälner zieh nan änem Strang!

Uhm fällst de hie, es Bäh kaputt, in Niedergäln bist Du schu tud!

Nun ist es an Ihnen! Bringen Sie Ihren Wohn- oder Lieblingsort humorvoll in acht sich reimende Zeilen in erzgebirgischer Mundart auf den Punkt. Eine Jury wird die schönsten auswählen. Ihren Achtzeiler, gern auch in einem Video vorgetragen, senden Sie an: "Freie Presse", Markt 8 in 09456 Annaberg-Buchholz oder per E-Mail an: red.annaberg@freiepresse.de

 


... und einen Kopf um Worte

Ihr Lieblingswort zum Themen- bereich Hobby & Freizeit mit kurzer hochdeutscher Übersetzung sowie Ihre Kontaktdaten senden Sie entweder an: "Freie Presse", Lokalredaktion Annaberg, Markt 8, in 09456 Annaberg-Buchholz oder via E-Mail an: red.annaberg@freiepresse.de.

Einsendeschluss ist der 1. September 2020. Der Teilnehmer/die Teilnehmerin erklärt sich gegenüber der CVD GmbH & Co. KG einverstanden, dass seine Zusendungen kostenfrei veröffentlicht werden können in gedruckter wie digitaler Form. Für die Verarbeitung der Daten gilt der unten angegebene Datenschutzhinweis, den der Teilnehmer zur Kenntnis genommen hat. Der Teilnehmer/die Teilnehmerin erklärt sich einverstanden, dass die Daten ausschließlich aus organisatorischen Zwecken an den Erzgebirgsverein, Markt 6, in 08289 in Schneeberg, weitergegeben werden. Nach Auswertung des Wettbewerbs werden die Teilnehmerdaten vom Erzgebirgsverein komplett gelöscht.

Datenschutzhinweis: Die "Freie Presse" und ihre Dienstleister verarbeiten meine oben genannten Angaben nach Art. 6 Abs. 1 a, b EU-DS-GVO für die Organisation und Abwicklung der Veranstaltung bis zum Ablauf einschlägiger Aufbewahrungsfristen sowie für Zwecke mit separat erteilter Einwilligung, bis ich diese widerrufe, z. B. durch eine kurze Nachricht an datenschutz@freiepresse.de, an Freie Presse, Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG, Brückenstraße 15, 09111 Chemnitz oder an: datenschutzbeauftragter@freiepresse.de. Ich habe das Recht zur Beschwerde über diese Datenverarbeitung bei der Datenschutz-Aufsichtsbehörde und kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen Auskunft, Berichtigung, Löschung oder die eingeschränkte Verarbeitung verlangen, der Verarbeitung widersprechen oder mein Recht auf Datenübertragbarkeit geltend machen.


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