Landtagspräsident bestellt Großpyramide in Langenberg

Statt eines Weihnachtsbaumes soll im Foyer des Sächsischen Landtags in Dresden künftig eine echt erzgebirgische Pyramide stehen und auf die Weihnachtszeit einstimmen. Deshalb war Matthias Rößler gestern in der Region auf Einkaufstour.

Firmenchef Mario Günther (rechts) erklärt Landtagspräsident Matthias Rößler und Bundestagsabgeordneten Alexander Krauß (CDU) die Idee für die Gestaltung. Bürgermeister Frank Tröger (links) freut sich, dass der Auftrag in Langenberg realisiert wird.

Für Sie berichtet: Beate Kindt-Matuschek

Hätten Sie die nicht noch eine Nummer größer? - In dieser Frage lässt sich der gestrige Besuch von Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) im Erzgebirge zusammenfassen.

Natürlich kam Rößler nicht allein und keineswegs auf gut Glück. Den Auftrag, eine Pyramide für das Foyer des Sächsischen Landtags in Dresden zu entwerfen, hat Mario Günther schon seit einigen Monaten. Insofern konnte der kreative Unternehmer aus Langenberg schon vordenken und hatte bereits einen Entwurf zum Anschauen parat. "Das ist natürlich erst einmal improvisiert, um das Größenverhältnis zu verdeutlichen", sagt Mario Günther und zeigt dabei auf die Figuren.

Die Skizze, die mit einer Reißzwecke am "Rohling" der Pyramide befestigt ist, lässt erkennen, wie sie letztlich einmal aussehen soll. Als Grundlage für die Gestaltung wählte Günther die klassische Form der weiß-grünen Pyramiden aus Seiffen. Deren Gestell und Flügel sind zumeist weiß, die einzelnen Etagen grün "umzäunt". Sicher nicht zuletzt, um die Farben des Freistaats ins Spiel zu bringen. Ein immer wiederkehrendes Element sind zudem Kugeln. Diese sind bereits im massiv gefertigten Sockel erkennbar.

Drei Etagen, sprich Drehteller, soll das gute Stück aus dem Erzgebirge einmal haben. Figürlich bestückt werde sie nach dem traditionellen Vorbild, sagt Miniserialdirigentin Silvia Brüggen, die gemeinsam mit Matthias Weiß, dem Chef der Abteilung Zentrale Dienste, den Landtagspräsidenten begleitet hat. Geplant sei, Hirten und Schafe auf dem unteren Drehteller zu positionieren. Auf der mittleren Etage werde mit Maria und Josef, dem Christkind sowie Ochs und Esel die Christgeburt im Stall von Bethlehem zu sehen sein, und auf dem oberen Drehteller sollen die drei Könige mit den Kamelen ihre stillen Runden drehen.

"Ich bin ganz begeistert", lässt Rößler vor dem Entwurf stehend seinen Empfindungen zunächst freien Lauf. Allerdings bremst Silvia Brüggen etwas seine Euphorie. "Ich denke, so wie sie hier steht, wird sie etwas zu klein für das große Foyer", bringt sie Zweifel an. Rößler hält kurz inne, schätzt skeptisch die Höhe ab und versucht sich offenbar das Ganze räumlich bereits im Foyer vorzustellen. Dann die knappe Frage: "Können Sie die Pyramide noch etwas größer machen?" Mario Günther überlegt kurz. "Möglich ist alles", sagt der Unternehmer in typischer Manier eines Erzgebirgers. "Aber das wird dann auch teurer", fügt er hinzu. Ein Satz, der mit einem Lächeln quittiert wird, das sagt: Gut soll es werden.

Kurzum: Die Pyramide ist bestellt. Mario Günther ebenso - nämlich am Sonntag nach Dresden zu kommen, um neu Maß zu nehmen. Denn "einfach so etwas größer machen", das gibt es für den Firmenchef von Massivholz-Design nicht. "Da muss ich das neu ausmessen. Am Ende müssen die Proportionen stimmen. Und wird sie höher, dann kann es auch sein, dass es am Ende vier Etagen werden", sagt der Gestalter.

Die Pyramide soll schließlich der Blickfang in der Adventszeit im Landtag werden. "Am besten ist, sie steht für das Auge des Betrachters im Goldenen Schnitt. Also für den Besucher, der das Foyer betritt. Sie muss wirken", erklärt Günther nach dem Treffen. Für ihn heißt das: Alles von vorn. "Das ist aber kein Problem", meint Günther gelassen, der sich bei der Zusage des Liefertermins rechtzeitig vorm ersten Advent auf seine Werkstatt-Mannschaft verlassen kann. "Das schaffen wir schon." Das offizielle Anschieben wird es geben, nur ist noch offen wann.

Holz ist ausreichend vorhanden. Ebenso auch Aufträge und Ideen. Darüber konnten sich gestern die Gästeaus Dresden selbst ein Bild machen. Interessiert verfolgten sie zunächst die kurze Führung durch die Werkstätten von Massivholz-Design in Langenberg und staunten nicht schlecht, was traditionelle Handwerkskunst und modernes Design am Ende entstehen lassen.

Allein schon der Geruch des Holzes faszinierte die Gäste. "Das ist Zirbe", erklärt der Fachmann und verweist auf das Material eines Schrankes, der schlicht und doch extravagant erscheint. Zirbe, das Holz einer Kiefer, die zumeist in über 1600 Metern Höhe wächst. "Und die Stühle mit den hohen Lehnen?", fragt Rößler interessiert. "Die sind für einen Privatmann, vielmehr für dessen Wohnzimmer", antwortet Günther.

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