Yeah, yeah, yeah in Aue: Beatles-Fan zeigt Schätze

Vor 50 Jahren erschien das "White Album" der Pilzköpfe. Es steht in der Reihe von 13 Alben. Die und noch mehr besitzt ein stadtbekannter Sammler.

Aue.

Mit mehr als 600 Millionen verkauften Tonträgern sind die Beatles die erfolgreichste Band der Musikgeschichte. In nur sieben Jahren - 1963bis 1970 - haben sie 13 Studioalben veröffentlicht, in manchen Jahren gleich zwei. Alle britischen Originalplatten hat Detlef Wendtlandt aus Aue. Auf einer ist sein Lieblingssong der Beatles: "Let It be". Zu finden ist dieser auf dem letzten Album von 1970. Die Sonderausstellung zu den Beatles, die heute im Auer Stadtmuseum eröffnet wird und Wendtlandts Sammlung zeigt, ist jedoch dem 50.Jahrestag des Erscheinens eines anderen Albums gewidmet. Wegen der puristischen Gestaltung des Covers, ganz in Weiß, wird es auch "White Album" genannt.

Es ist das einzige Doppelalbum, das die Beatles herausgebracht haben. Das Cover wurde von dem britischen Pop-Art-Künstler Richard Hamilton entworfen. Es erschien kaum ein Jahr nach dem überbordenden psychedelischen Cover von Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band. Der Schallplatte lagen ein großes, von Richard Hamilton gestaltetes Poster und vier größere Fotografien der Beatles bei. Auch diese sind in der Sonderausstellung zu sehen.

"In dieses Album wurde viel hineininterpretiert, die Band war da teilweise schon in Auflösung, es gab Spannungen unter den Musikern, was auch an der Präsenz von Yoko Ono lag", sagt Sarah Becher, die Leiterin des Stadtmuseums. Sie hat sich bei der Recherche für die Sonderausstellung den Beatles auf eine neue Art genähert. Gekannt hat sie deren Musik sehr wohl viel früher. Denn ihr Vater Jörg Becher war Schlagzeuger in einer Band. "Ich habe einen sehr breiten Musikgeschmack", versichert die 30-Jährige. Ein altes Tonbandgerät ihres Vaters steht in einer der Vitrinen. Es ist eins der Marke Smaragd, produziert im Messgerätewerk Zwönitz.

"Oft hatte man in der DDR nur die Gelegenheit, mit Tonbandgeräten Titel aus dem Radio aufzunehmen", erinnert sich Detlef Wendtlandt. Bei ihm zu Hause werden allerdings immer Schallplatten aufgelegt. "Das ist ein Ritual", sagt der Auer. Er nennt eine Sammlung von 300 Platten sein Eigen, darüber hinaus hat er natürlich alle Alben noch einmal als CD. "Die Musik der 60er-Jahre ist meine Welt", sagt der 61-Jährige. Über Westverwandtschaft konnte er sich die Schallplatten verschaffen, die Musik der Beatles und der Rolling Stones hat er als Jugendlicher auf Radio Luxemburg gehört.

In der Ausstellung kann man außerdem in einer Beatles-Chronik nachlesen oder auch die eine oder andere Kuriosität finden. So ist in einer Vitrine das Magazin-Heft Nr. 8 aus dem Jahr 1964 zu sehen. Dazu kann der Leihgeber eine Geschichte erzählen: "Ich war jahrelang auf der Suche danach, weil darin eine Geschichte steht, die sich auf die Beatles-Manie bezieht. Irgendwann vor fünf oder sechs Jahren habe ich es bei einem Trödler in Lauter gefunden. Er hat es mir geschenkt."

Als sich die Beatles 1970 auflösten, war der Sammler aus Aue 13 Jahre alt. "Als jeder der Vier für sich allein weitergemacht hat, habe ich zu John Lennon gehalten", erzählt er. "Und es gab ja auch noch andere gute Gruppen."

Die Ausstellung zu den Beatles ist bis 18. November zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr, Samstag, 10 bis 16.30 Uhr sowie Sonntag, 12 bis 16.30 Uhr.

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