Zirkusträumereien im historischen Zelt

Das Musikfest Erzgebirge setzt sich in diesem Jahr hehre Ziele. Ab heute will es Träume zaubern: mit Nachtmusiken, Schumanniaden, Wechselchören und Artisten.

Aue/Schwarzenberg.

Es ist ein ungewohnter Anblick auf dem Annaberger Markt: Ein Zirkuszelt aus den 20er Jahren steht mitten in der Stadt. Warum? Das Musikfest Erzgebirge macht es möglich.

In diesem Jahr findet nämlich nicht nur der gewohnte Konzertreigen in der Region statt, nein, die Organisatoren wollten ihren Gästen diesmal ein Erlebnis für alle Sinne bieten. Mit einem Zirkusprogramm. Dort soll sich barocke Musik, live gespielt vom Ensemble "La Folia" mit Artistik vermählen und ein Gesamtkunstwerk bieten.

Die Regie übernimmt Tim Schneider, Absolvent der Staatlichen Ballettschule Berlin und Schule für Artistik. "Er wurde von Oliver Geisler, dem Dramaturgen des Musikfestes, gefragt, ob er nicht einen barocken Zirkus nachempfinden wolle", erzählt Pressesprecher Martin Morgenstern. Und Tim Schneider stellte sich der Herausforderung. Das historische Zelt wurde aus Belgien geordert, von dort aus wird es für derartige Veranstaltungen immer wieder an Veranstalter verliehen. Danach wurden sämtliche Hebel in Bewegung gesetzt, um das Zirkuserlebnis so detailgetreu wie möglich zu gestalten.

Schneider holte außerdem ausgewählte Artisten ins Programm. Darunter Seiltänzer, Jongleure, Flaschentänzer und viele mehr. "Ich habe den Eindruck, dass er sich dabei eher für sinnliche und beseelte Acts entschieden hat", sagt Morgenstern. Gewählt wurden vor allem historische Beiträge, solche, die zur Musik und zur Entstehungszeit des modernen Zirkus passen.

Heute Abend soll es dann um 19.30 Uhr so weit sein: Die "Barocken Circusträume" feiern ihre Premiere. Danach werden übrigens noch bis Dienstag täglich eine bis zwei Vorstellungen geboten.


Das steht auf dem Programm

Das Musikfest Erzgebirge umfasst 13 Konzerte an verschiedenen Orten im Erzgebirge. Dazu kommt noch das Sonderprojekt "Barocke Circusträume". Das Musikfest beginnt heute und endet am 16. September.

Eröffnung: Während sich im Zirkus schon heute Gäste um die Manege versammeln, wird das Festival erst morgen 20 Uhr eröffnet. Und zwar in der St.Martinskirche in Zschopau.

Visionen: Albtraum des Krieges, Visionen des Friedens heißt es am Mittwoch 12. September, 20 Uhr in der St.-Nicolai-Kirche in Grünhain. Es erklingen Werke von Schütz, Bach u. a.

Schumanniade: Robert Schumann ist nicht nur der Stadt Zwickau verbunden, sondern auch mit Schneeberg eng verknüpft. "Er hatte dort seinen persönlichen Sehnsuchtsort", erzählt Dramaturg Oliver Geisler. Auch einige von Schumanns Werken wurden dort verfasst. Daher findet am 14. September, 20 Uhr in der Schneeberger Hospitalkirche ein Liederabend mit seinen Werken statt.

Nachtklang: Alte Musik gegen den Strich gebürstet gibt es am Samstag, 15. September, 20.30 Uhr im Mühle-Werk in Stützengrün. Der Nachtklang verspricht eine einzigartige Atmosphäre.

Traum: In der Schwarzenberger St.Georgenkirche erklingt am Sonntag, 16. September, 18 Uhr Musik von Händel unter dem Motto: Wilder Traum, wachsamer Engel.

Festgottesdienst: Einen Mitsingegottesdienst mit Werken aus dem "Beckerschen Psalter" von Heinrich Schütz gibt es am Sonntag, 16. September, 10 Uhr in der St. Georgenkirche Schwarzenberg.

www.musikfest-erzgebirge.de

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