Zschorlauerin fertigt Schmuck aus einheimischen Steinen

Claudia Jähn hat sich vom Weltkulturerbe-Titel inspirieren lassen. Sie findet: Eine Erinnerung an die Region kann man auch um den Hals tragen.

Zschorlau.

Im Steinbruch Süß in Zschorlau liegen Steinblöcke, aus denen Gehwegplatten, Arbeitsflächen und Grabdenkmale werden. Kaum, dass man beim Anblick der massiven Brocken an zarten Schmuck denkt. Claudia Jähn, die seit einem Vierteljahr regelmäßig in den Steinbruch kommt, tut aber genau das. Denn sie ist auf der Suche nach dem Material, aus dem in ihrem Atelier in Zschorlau vielfältigste Anhänger werden.

Im Steinbruch wird der Zschorlauer Granit abgebaut. Er gehört zum Eibenstocker Granitmassiv und dieses weist, je nach Lage, Farben von Rosarot bis Grau auf. Quarz aus Zschorlau, Achat aus St. Egidien oder Eisenerz vom Auersberg kommen aber ebenso unter Bohrer und Schleifer von Claudia Jähn. "Manchmal ist es die Farbgebung, manchmal die Beimischung, manchmal die Bänderung", zählt sie auf, was sie an Gesteinen schön findet. Im Theumaer Schiefer finden sich beispielsweise kleine schwarze Einschlüsse, die wie Samenkörner aussehen. Der Gedanke, Steine direkt aus der Heimat zu verwenden, kam ihr im Zusammenhang mit der Verleihung des Weltkulturerbe-Titels. "Die Steine können ein Andenken für Leute sein, die die Region besuchen und sie sind Botschafter fürs Erzgebirge", meint die 48-Jährige.

Die Zschorlauerin sagt, dass sie schon als Kind ein Faible für Schmuck hatte. Möglich, dass das in ihr ihre Großmutter geweckt hat. "Oma Gertraude hatte einen wunderschönen Ring mit einem Aquamarin. Und sie konnte Geschichten dazu erzählen, wo der herkommt zum Beispiel. Das hat mich immer fasziniert." Claudia Jähn trägt gern selbst Schmuck. Als sie nach der Geburt ihres Kindes in einer Boutique arbeitete, erregte sie mit den von ihr selbst kreierten Accessoires Aufmerksamkeit bei den Kunden.

So nach und nach eignete sie sich Wissen zum Schmuckdesign an, bildete sich in Edelsteinschleifereien und bei Goldschmieden weiter. Mit 40 Jahren, der Sohn war mittlerweile aus dem Gröbsten raus, entschied sich Claudia Jähn dazu, sich selbstständig zu machen. Ihr Mann André unterstützte sie dabei, finanziell, aber auch indem er sie zu Kreativmärkten begleitete, wo sie ihren Schmuck verkauft. Ihr Atelier befindet sich in Zschorlau.

Normalerweise besucht die Zschorlauerin jedes Jahr im Oktober die Mineralientage in München. Dort kommen Händler aus aller Welt zusammen, so aus Brasilien, Afghanistan oder Indien. Es werden Rohsteine gehandelt, aber auch die verschiedensten Schmuckelemente und die Werkzeuge, die man zum Bearbeiten der Steine braucht. Claudia Jähn holt sich dort auch Anregungen für ihre Kreationen. Diese verkauft sie auch über zwei Online-Shops.

Die Kreativmärkte, wo sie ihren Schmuck anbietet, sind in diesem Jahr wegen Corona alle ausgefallen. "Das war für mich kein gutes Jahr", meint sie traurig. Jetzt hofft sie, dass im Oktober zumindest der Markt an der Saigerhütte in Olbernhau stattfinden kann. Auch durch Corona ist der Zschorlauerin in diesem Jahr eine wichtige Werbemöglichkeit genommen worden. Die Wahl der Lauterer Vugelbeerkönigin findet nicht statt, dabei hätte Claudia Jähn den Schmuck für die "Majestät" in diesem Jahr fertigen dürfen. Nun hofft die Zschorlauerin auf eine neue Chance im nächsten Jahr. www.claudia-jaehn-schmuck.de

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