Zur Jubiläumsfeier stehen auch 339 Vierbeiner auf der Gästeliste

Der Kleingarten- und Rassekaninchenzuchtverein S9 Auer Tal begeht dieses Wochenende sein 125-jähriges Bestehen - mit einer großen Schau.

Aue.

Der Vereinssitz mit der schönsten Aussicht - einen Preis dafür gibt es nicht. Gäbe es ihn, der Kleingarten- und Rassekaninchenzuchtverein S9 Auer Tal hätte gute Chancen. Dessen Domizil liegt nahe der "Parkwarte" und damit direkt unterhalb eines Aussichtspunktes auf die Stadt. Aber wenn an diesem Wochenende viele Menschen auf den Heidelsberg kommen, liegt das wohl weniger am eindrucksvollen Ausblick. 339 Kaninchen locken dann in den Flachbau, der einst Reithalle und später Disco war. Züchter aus ganz Sachsen präsentieren ihre Vierbeiner. Der Verein veranstaltet seine jährliche Schau und feiert zugleich sein 125-jähriges Bestehen.

Das Gründungsjahr war länger unklar. Vereinsvorsitzender Jörg Teumer zeigt eine geschnitzte Holztafel. Darauf ist 1900 angegeben. "Es hat sich aber herausgestellt, dass es uns schon seit 1894 gibt", sagt Teumer. Gegründet als neunter Verein dieser Art in Sachsen. Dafür steht das "S9" im Namen. Einst diente das Hobby vor allem der Selbstversorgung. Besonders in Kriegszeiten kam so Fleisch auf den Tisch. Das hat sich gewandelt. Inzwischen steht die Zucht im Vordergrund, so Teumer. Dabei habe der Verein in den vergangenen Jahren einiges auf die Beine gestellt. Zwei Kreisschauen fürs Erzgebirge wurden organisiert und 2010 die deutschlandweite Vergleichsschau der Sachsengoldzüchter ausgerichtet. "Darauf werden wir heute noch angesprochen."

Teumer ist seit 1981 im Verein aktiv. Er sei durch seinen Vater dazugekommen und habe 2000 die Leitung übernommen. Und doch bilde er heute fast schon die Jugendabteilung. "Der Altersdurchschnitt ist hoch", sagt der 50-Jährige, der beruflich im Einzelhandel tätig ist. Nachwuchs zu gewinnen, gestalte sich schwierig. Mit Ronny Kropp sei aber gerade ein Züchter dazugekommen. Insgesamt sind 16 Frauen und Männer aktiv. Hinzu komme eine Jungzüchterin: die Tochter von Thomas Süß, der mit seinen Tieren bereits Titel auf Bundesebene geholt hat.

Junge Leute finden fast ausschließlich über die Eltern zur Tierzucht. Oft gehen sie aber weg, wenn sie eine Lehre beginnen. Dann gebe es Tierhalter, die sich nicht im Verein engagieren wollen. "Es macht eben auch viel Arbeit", so Teumer. Das Gebäude muss erhalten werden, Schauen sind vorzubereiten. Die Züchter fahren bundesweit zu Wettbewerben, Papierkram ist zu erledigen. Und zum Verein gehört die Kleingartenanlage mit elf Gärten. Allerdings seien nicht alle Kleingärtner zugleich Züchter. Überdies brauche man verständnisvolle Partner und Familien, betont Teumer. Die hat er - und bei all der Arbeit, ganz viel Freude an seinem Hobby.

Geöffnet ist die Gemeinschafts- und Clubschau mit Sachsengoldclub und Widderclub Westerzgebirge am Samstag von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 15 Uhr im Vereinsdomizil in Aue, Parkstraße 48.

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