Zwangsstopp vor der Ampel auf S 222 nervt weitere zwei Jahre

Das Erdreich auf der alten Gewölbebrücke über den Fischbach zwischen Grünhain und Elterlein ist ins Rutschen gekommen. Die sicherheitsrelevante Einschränkung des Begegnungsverkehrs erfolgt seit Jahren. Auch der Bürgermeister sieht "rot".

Grünhain/Waschleithe.

Beinahe jeder Autofahrer aus der Region kennt sie. Und nicht wenige haben wegen dieser Ampel auf der Staatsstraße 222 zwischen Grünhain und Elterlein am Abzweig nach Waschleithe fast schon ins Lenkrad gebissen. Denn sie steht dort schon seit mehr als zweieinhalb Jahren, und wer vor ihr wartet, braucht Geduld.

Der Grund für die halbseitige Einschränkung ist ein Abrutschen der Überschüttung der darunter befindlichen Gewölbebrücke über den Fischbach. In dessen Folge ist die Asphaltdecke gerissen, wurden Betonteile aufgestellt. Ein Begegnungsverkehr an dieser Stelle würde den Druck erhöhen - Einsturzgefahr!

Da es sich um eine Staatsstraße handelt, sind weder die Kommune noch das Landratsamt in der Pflicht. Gefragt ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). In dessen Regie fanden im Mai 2017 unter zweitägiger Vollsperrung sogenannte Baugrunduntersuchungen statt. Doch seither ist nichts mehr geschehen. Zumindest nichts Sichtbares.

Auf Nachfrage von "Freie Presse" teilt das Lasuv jetzt mit, dass "zur Beseitigung dieses Mangels und der Verkehrsraumeinschränkung bauliche Maßnahmen erforderlich sind". Doch um herauszufinden, was denn die "effizientesten Maßnahmen" seien, mit denen man dort die Straße wieder sichern könne, wurden seitens des Baulastträgers in einer Vorplanung mehrere Ausführungsvarianten untersucht, heißt es weiter. "Dabei stellte sich heraus, dass ei- ne Instandsetzung des Bauwerkes nicht wirtschaftlich, sondern ein Ersatzneubau angezeigt ist", teilt ein Sprecher des Lasuv mit. Für diesen Ersatzneubau der Brücke würde derzeit ein Bauwerksentwurf erarbeitet. Zu einer möglichen Zeitschiene für die Umsetzung führt er aus: "Aus heutiger Sicht streben wir eine Einordnung des Vorhabens im Bauprogramm 2021 an." Was zum einen bedeutet, dass die Ampel mindestens noch bis zum Jahr 2021 steht, zum anderen, dass für den Ersatzneubau mit Sicherheit eine Vollsperrung an der Stelle erforderlich wird.

Gerade in Zeiten großräumiger Umleitungen, wie sie derzeit wieder wegen Bauarbeiten auf der B 101 in Grünstädtel notwendig werden, fallen solche "Dauerbrennpunkte" besonders ins Gewicht.

Joachim Rudler (CDU), der Bürgermeister von Grünhain-Beierfeld, schüttelt bei diesem Thema nur verständnislos den Kopf. Denn die Stadt, auf deren Flur sich diese Baustelle befindet, sei in all diese Überlegungen in keiner Weise einbezogen worden. "Mit uns hat bis heute nie einer darüber gesprochen. Wir wissen auch nicht, was die dort vorhaben", so Rudler am gestrigen Donnerstag. Kopfschütteln lösen die Pläne des Lasuv bei Rudler aus, der zunächst von "Freie Presse" über den aktuellen Stand informiert wurde. "Aus meiner Sicht ist das völlig überzogen, was da veranstaltet wird. Und es gebe, so schätze ich das ein, weil ich es mir angesehen habe, eine viel einfachere Lösung. Aber mit uns spricht ja keiner", ärgert sich Rudler. Er schlägt vor: "Man könnte beispielsweise ein Stück von dem Hang abtragen und so die Straßenführung leicht verändern." Einen Ersatzneubau der Brücke indes sieht er skeptisch, weil es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handle.

In Grünhain heißt es: "Die Ampel steht sicher noch so lange, wie es Batterien für die mobilen Teile gibt."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...