Zwischen Boom und Nöten: Sommer heizt Freibädern ein

Die Hitzewelle lässt nicht nur das Thermometer, sondern in vielen Bädern auch die Gästezahlen steigen. Von Sonne satt haben einige Betreiber inzwischen aber genug. Sie hoffen auf Regen - aus einem bestimmten Grund.

Aue/Schwarzenberg.

Kinder planschen im Wasser, Menschen sonnen sich auf der Wiese, an der Imbiss-Bude bilden sich lange Schlangen: Der Super-Sommer füllt derzeit viele Bäder in der Region. Ins Zwönitzer Erlebnisbad sind beispielsweise bereits jetzt so viele Gäste gekommen wie in der ganzen Saison 2017. Ähnlich gut sei es zuletzt im Jahr 2003 gelaufen, heißt es. Für die Freibäder-Chefs gibt es also derzeit keinen Grund zur Klage? Nicht ganz.

Filzteich in Schneeberg: Bereits 41.000 Besucher sind dieses Jahr an der ältesten Talsperre Sachsens gezählt worden. Im Vergleich mit dem Vorjahr entspricht das einem Besucherplus von gut einem Drittel, wie die Stadtwerke Schneeberg als Betreiber berichten. Chef Gunar Friedrich: "Ich kann mich nicht an ein vergleichbar gutes Jahr am Filzteich erinnern." Derzeit jage ein heißer Sonnentag den nächsten. "Gefühlt haben wir seit Ende April Sommer."

Von immer nur Sonne satt hat Friedrich dennoch langsam genug. "Ein Regenschauer wäre jetzt ganz wichtig, da der Filzteich nur aus natürlichen Zuflüssen gespeist wird." Derzeit ist der Wasserstand 40 Zentimeter geringer als normal. Vor kurzem musste deshalb bereits der Springturm gesperrt werden. Auch mit Blick auf die Wasserqualität wäre eine kurze Verschnaufpause nicht schlecht. "Bei langen Trockenperioden kann so ein Gewässer natürlich auch mal kippen", sagt er. Die jüngste Prüfung des Wassers ergab allerdings: alles in Ordnung.

Naturbad am Schwefelbach in Johanngeorgenstadt: Zwischen 30 und 400 schwankt in der Ende Mai begonnenen Saison die tägliche Besucherzahl im Naturbad am Schwefelbach in Johanngeorgenstadt. Die 5000er-Marke ist geknackt. "Die Einnahmen pro Saison bewegen sich seit 2011 im Bereich von 12.000 bis 30.000 Euro", sagt Bürgermeister Holger Hascheck. "Der Spitzenwert ist von 2015." Das Bad gehört der Stadt und wird von der Standortentwicklungsgesellschaft betrieben, unterstützt vom Verein Bergstadtfitness. Während es mit dem Zufluss aus dem Schwefelbach keine Probleme gibt, hat die Stadt etwa 50 Parkplätze direkt am Bad wegen Waldbrandgefahr vorsichtshalber gesperrt. "Helfen kann da nur ein Landregen", so Hascheck. Für Badbesucher stehen an der Schwefelwerkstraße, außerdem am Platz des Bergmanns und vorm Rathaus genug Stellplätze zur Verfügung. Von dort aus müssen die Leute bis zur Abkühlung allerdings etwas weiter laufen.

Bad Auerhammer in Aue: Sommer, Sonne, volle Freibäder? In Aue kann davon keine Rede sein. "Von einem großen Besucheransturm sind wir weit entfernt", sagt Bäder-Chef Thomas Hofmann. Zugleich erklärt er: "Das Wetter ist eigentlich ideal." Im Schnitt kommen gut 300 Gäste am Tag. "1000 Leute wären aber erst richtig gut."

Eine Erklärung für das Phänomen hat Hofmann noch nicht gefunden. Er vermutet, dass ein Grund für die Flaute Bauarbeiten sind, die derzeit direkt vor der Einrichtung laufen. Noch bis Mitte des Monats ist die Zschorlauer Straße zum Bad gesperrt, weil der Asphalt der Fahrbahn auf einer Länge von rund 400 Metern erneuert wird. Für Autofahrer ist das Bad aber weiter erreichbar.

Für die nächsten Tage hofft der Bäder-Chef neben mehr Besuchern auf einen Wetterwechsel. "Der Wettergott soll uns bitte Regen schicken." Denn durch die Hitze verdunste derzeit mehr Wasser als neues durch Quellwasser zufließt. So sinkt der Pegelstand von Tag zu Tag. Ähnlich wie in Schneeberg musste in Aue deshalb bereits der Sprungsteg gesperrt werden.

Erlebnisbad in Zwönitz: Zufrieden mit dem Super-Sommer ist der Objektleiter für das Zwönitzer Freibad, Mirko Kretschmann. Das anhaltend gute Wetter habe bis Ende Juli bereits so viele Besucher ins Bad gelockt wie im gesamten Vorjahr. Das beanspruche das Personal stark: "Wir kommen zum Teil mit den Arbeiten nicht hinterher."

Rekordtage, an denen 2000 Besucher und mehr kommen, seien diesen Sommer jedoch ausgeblieben. "In den vergangenen Jahren gab es drei, vier heiße Tage, an denen dann alle ins Bad gegangen sind. Das gibt es dieses Jahr nicht", sagt er. Weil es im Wetterbericht nur heißt "Sonne, Sonne, Sonne", verteilten sich die Gäste auf einen größeren Zeitraum. "Derzeit kommen am Tag 1000 bis 1300 Leute zu uns. Das Bad ist nicht rammelvoll."

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