Zwischen Sanierung und Neubau

Das kulturelle Angebot macht Schneeberg weit über seine Stadtgrenzen bekannt. Die Bergstadt wird durch die Instandsetzung historischer Gebäude immer attraktiver. Eine Bilanz vor der Kommunalwahl.

Schneeberg.

Bekannte Stars treten im Kulturzentrum "Goldne Sonne" auf, am Filzteich werden regelmäßig große Partys gefeiert, in der Adventszeit gibt es im Herzen der Stadt vier Wochen einen Weihnachtsmarkt. Und mit dem Spielepark Fundora wurde im Sommer vorigen Jahres die neueste Attraktion am Filzteich geschaffen. Die Stadt Schneeberg hat ein kulturelles Angebot, von dem andere Orte nur träumen können. "Es zeichnet uns als eine lebenswerte Stadt aus. Doch damit dies möglich ist, sind die stadteigenen Gesellschaften nötig", erklärt der Schneeberger Bürgermeister Ingo Seifert (Freie Wähler/Bika). Denn ein so umfang- und abwechslungsreiches Angebot sei allein durch die Stadt nicht zu leisten. Doch damit könne Schneeberg als attraktive Stadt weiter punkten.

"Ein Höhepunkt der vergangenen Jahre war sicher der sächsische Familientag 2018", erinnert Seifert an die Veranstaltung, mit der sich Schneeberg als familienfreundliche und junge Stadt präsentieren konnte. Gleichfalls punkten konnte die Bergstadt mit dem riesigen Beachvolleyball-Areal auf dem Marktplatz. Sogar die Sächsische Meisterschaft konnte dort ausgetragen werden. Überhaupt präsentiert sich der Markt als das Wohnzimmer der Bergstadt. Zahlreiche Gebäude wurden in den vergangenen Jahren bereits saniert. Derzeit wird das als Goethehaus bekannte Gebäude gerettet, dort soll wieder Gastronomie einziehen und das ohnehin vielfältige Angebot in der Stadt noch erweitern.

Christoph Ulrich

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"Wir wollen eine Stadt für alle Generationen sein", sagt Seifert. Dazu ist das Angebot an guten und bezahlbaren Wohnungen genauso wichtig wie die zahlreichen Bildungseinrichtungen - von der Grundschule über das Berufliche Schulzentrum bis zum Standort der Westsächsischen Hochschule und der Polizeischule. Neben der Ausbildung ist die heimische Wirtschaft ein wichtiges Rückgrat für Schneeberg. "In den vergangenen Jahren haben viele Firmen ihre Betriebe erweitert oder sind noch dabei. Zudem können wir uns auch über Neuansiedlungen freuen, so dass unser Gewerbegebiet Am Gerichtsberg, als zweitgrößtes Gewerbegebiet im Erzgebirgskreis, mittlerweile schon zu 94,4 Prozent ausgelastet ist. "Neben den Jobs, die dort entstanden sind, profitiert die Bergstadt von den Einnahmen aus der Gewerbesteuer", erklärt Seifert. Allerdings wünscht sich der Bürgermeister, dass das Gewerbegebiet künftig besser angebunden wäre. "Wir brauchen eine Nordtangente. Mit der Verbindung von der B 93 über Wildbach bis zum Auer Autobahnzubringer würden auch die Anwohner vom Lkw-Verkehr entlastet", erläutert Seifert. Diese Straße wäre für die ganze Region ein Gewinn. Der Bürgermeister sieht neben dem weiteren Ausbau der Infrastruktur auch in der touristischen Entwicklung der Bergstadt das Zukunftspotenzial für Schneeberg. "Die Anerkennung als Unesco- Weltkulturerbe wäre ein wichtiger Schritt für die Vermarktung der Region. Mit einem Besucherzentrum in der Bergstadt könnte Schneeberg zum Empfangsportal für die ganze Region werden."

Wie leistungsfähig Schneeberg bereits jetzt ist, das hat es mit der Anschaffung einer Drehleiter für die Feuerwehr bewiesen. Die Kosten von 680.000 Euro trug die Stadt allein, da der Freistaat keinerlei Fördermittel zur Verfügung stellte.

Außerdem sind in den vergangenen Monaten weitere wichtige Investitionen erfolgt. So zum Beispiel in die Gebäude Postplatz 1 (Sparland) und Zobelplatz 5/6 (Geitnervilla) sowie in das Gemeindeamt Lindenau. Zudem brachte der Stadtrat die Erschließung des Baugebietes "Am Herrenteich" auf den Weg und nicht zu vergessen die Sanierung des Rathauses, mit dem dafür nötigen kompletten Auszug der Verwaltung.


Zahlen und Fakten

Die Bergstadt besteht neben Schneeberg aus den Ortsteilen Neustädtel, Griesbach und Lindenau. Einwohnerzahl: 14.175. Fläche: 23,35 Quadratkilometer.

Partnerstädte: Herten (Nordrhein-Westfalen), Veresegyház (Ungarn) und Jáchymov (Tschechien).

Kulturelle Höhepunkte (Auswahl):

4. Mai: Anbaden am Filzteich; 14. bis 16. Juni: Silberstrom-Party Filzteichteichfest; 22. Juli: Bergstreittag; 2. Oktober-Samstag: Öko- und Streuobstmarkt; 1. bis 4. Advent: Weihnachtsmarkt; 2. Advent: Lichtelfest.


Was sich Bürger wünschen


Was erhoffen sich die Schneeberger vom neuen Rat? "Freie Presse" hat sich vor der Kommunalwahl in der Stadt umgehört.

Sara Neumann (23): "Was ich mir wünschen würde, ist etwas mehr Offenheit. Denn die Probleme, die an den Stadtrat und an die Stadtverwaltung herangetragen werden, sollten auch angegangen werden. Ein weiteres Thema wäre auch etwas mehr Vielfalt, was die Geschäfte in der Innenstadt angeht. Zudem wäre es auch schön, wenn man in der Zukunft noch mehr Wert auf die Begrünung von Anlagen in der Stadt legen würde."


Matthias Kühn (52): "Die Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt ist ein wichtiger Punkt, der mir sofort einfällt, bei dem man etwas tun könnte. Die geplante Verkehrsberuhigung finde ich gut. Das ist etwas, was man weiter verfolgen sollte. Gewerbe könnte man in einer Stadt immer mehr ansiedeln, sicher auch in Schneeberg. Auch ein wichtiges Thema, gerade für Vereine, ist die Gewinnung und die Förderung von Nachwuchs." (wend)


Diese Kandidaten treten an

Bündnis 90/Die Grünen (Grüne): Rudolf Rüdiger Karl Spahn, Phillip Baumann

Christlich Demokratische Union

Deutschlands (CDU): Matthias Preiß, Markus Neef, Claudia Krauß, Rudolf Sack, Frank Göckeritz, Anita Mehlhorn, Albrecht Haas, Timmy Wagner, Doris Dürsel, Gernot Müller, Matthias Schott, Martina Stutzig, Jens Bretschneider, Andreas Schädlich, Tina Samelke, Maik Stephan, Patrick Renner, Kai Schramm, Klemens Markert, Steffen Liersch, Damaris Günther-Schmidt, Volkmar Seifert, Günter Arnold. Hans-Holger Kunz, Uwe Lenk, Armin Oechsner, Jens Stopp, Heidi Born, Ralf Meier, Christian Voigt, René Krauß

Die Linke: Stefan Joachim Schrutek, Andrea Schrutek, Elke Muth, Hans-Jürgen Muth, Uwe Kaufmann

Freie Wählervereinigung/Bürgerinitiative Kommunalabgaben Schneeberg (FWV/BIKA): Ray Lätzsch, Jochen Vogel, Tobias Steinert, Holm Nettesheim, Christoph Martin, Monika Putzker, Michael Prager, Sebastian Martin, Klaus Bretschneider, Karsten Binkau, Maik Gütlein-Drechsler

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): Marcel Franke

Freie Wählergemeinschaft Lindenau 90 (FWG L 90): Katja Martin, Karl Herkner, Matthias Gerber, Jörg Benz, Michael Voigt, Tobias Tröger, Nicky Dohms

Freie Demokratische Partei (FDP): Klaus Seifert

Aktiv für Schneeberg (Aktiv): Sven Grosser, Franz Karsten Georgi, Kay-Uwe Friemel, Michael Bretschneider, Cindy Seifert, Jens Thomas Huschmann, Silke Traude Riedel, Torsten Neuhäuser, Björn Schöniger, Sindy Kluge, Christiane Charlotte Pelz, Astrid Hummer, Katharina Haschick, Mirko Salewsky, Oliver Kramer, Marion Schwindt, Jörg Held, Walter Stephan Dietrich, Werner Joachim Escher, Marianne Theresia Monika Ficker, David Schauff, Maximilian Niklas Heinz, Uwe Heinz Günther, Julia Friedel, Paul Schreier, André Regner, Mandy Petra Regner, Torsten Bernd Friedrich, Rolf Frank Richter, Doreen Weißflog, Italo Fedon, Christiane Ilse Puschmann, Christian Stark

Alternative für Deutschland (AfD ): André Hempel, Peter Schöffler

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