Zwönitz zeigt die Ostereier der Zaren

Die Sonderausstellung in der Knochenstampfe Dorfchemnitz ist Russland gewidmet. Zu sehen sind auch Repliken von Eiern, die die Zaren schätzten.

Zwönitz.

Es ist Prunk und Luxus, der die Besucher im Raum der Sonderausstellung in der Knochenstampfe in Dorfchemnitz empfängt. 600 edle Schmuckstücke, glitzern und glänzen in den Vitrinen. In "Sachsens schönstem Osternest" sind ab heute Zarenträume zu sehen - zum Teil Ostereier-Repliken nach Carl Fabergé.

"Es sind alles, teilweise vergrößerte, Nachbildungen von original Kunstwerken der Romanows, einem alten russischen Adelsgeschlecht. Die Familie wurde vor 100 Jahren im Juni 1918 ermordet" erklärt Edith Breitkreutz. Seit mehr als 45 Jahren sammelt die Gothaerin mit ihrem Mann Waldemar alles rund ums Osterfest. Rund 15.000 Stücke aus aller Welt haben die beiden inzwischen zusammengetragen. In Dorfchemnitz ist es inzwischen ihre 18.Ausstellung. Die aktuelle Schau gewährt mit bemalten Ikonen und Märcheneiern sowie mit von Künstler aus aller Welt gestalteten, an den Stil von Fabergé angelehnten Fantasieeiern Einblicke in die Ostertradition des russischen Volkes und mit Miniatur sowie Schmuckeiern in die der Zarendynastie Romanow. 32Jahre lang bekamen die adligen Damen zum Osterfest ein "Überraschungsei" geschenkt.

Die Schmuckstücke sehen nicht nur wunderschön aus, sie haben alle ein raffiniertes Innenleben, nicht selten aus reinem Gold. Das Hennen-Ei war 1885 das erste, das Zar Nikolaus seiner Frau schenkte. Daraus wuchs in russischen Zarenfamilien diese Mode zu einem wahren Kunstfeuerwerk aus.

Mit der termingerechten Anfertigung wurde von den Romanows der Hofjuwelier, der russische Goldschmied Carl Fabergé, beauftragt. Keiner aus der Zarenfamilie mischte sich in die Gestaltung ein. Es wurden nur die edelsten Materialien, Gold, Brillanten, Edelsteine verwendet. Mit seinen eigenen Händen hat Fabergé aber nie ein Schmuckei hergestellt. Von ihm kamen lediglich die Ideen, für die Umsetzung hatte er seine "Meister".

In der Ausstellung in Dorfchemnitz sind 30 Repliken der original Romanow-Ostereier zu sehen. Jedes Ei hat einen Namen. Zu vielen Stücken hat Edith Breitkreutz einen persönlichen, emotionalen Bezug. So zum Beispiel zum Ei mit der Transsibirischen Eisenbahn. Auf einem zentralen Silberband ist der Streckenverlauf der Zuglinie eingraviert. Die Überraschung im inneren sind eine Lokomotive aus Platin und fünf kleine goldene Wagen. Die Replik in der Ausstellung haben sich Edith und Waldemar Breitkreutz nach ihrer dreiwöchigen Reise mit dem Sonderzug Zarengold auf der knapp 10.000 Kilometer langen Transsib-Strecke von Peking über die Mongolei bis nach Moskau bei einem deutschen Künstler anfertigen lassen. "Besonders der Besuch der Baikalregion und das Haus, in dem die Romanows in Jekaterinenburg ermordet wurden, bleiben unvergesslich", sagt die 67-jährige.

Das berühmte und teuerste Exemplar ist das Krönungs-Ei, eine Miniatur der Krönungskutsche Katharina der Großen. Es ist bei einer Versteigerung auf mehr als 20 Millionen Dollar taxiert worden. Ein besonderes Jubiläums-Ei wurde 1913 anlässlich 300 Jahre Romanow-Dynastie angefertigt. Auf ihm sind die Abbildungen von 18 Zaren und regierenden Zarinnen zu sehen.

Die Sonderausstellung "Sachsens schönstes Osternest" ist bis zum 21. April im Heimatmuseum "Knochenstampfe" im Zwönitz Ortsteil Dorfchemnitz, am Anger 1, zu sehen. Geöffnet ist Mittwoch bis Samstag von 10bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr, Sonntag von 12bis 17 Uhr. Karfreitag bis Ostermontag ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen im Museum unter Telefon 037754 2866.

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