"16 geballte Tonnen"

Es ist rot, laut, schnell und fasziniert jedes Kind: das Feuerwehrauto. Längst kann es viel mehr als Feuerlöschen. Es steckt voller Technik, mit der Menschen in jeder erdenklichen Notlage geholfen werden kann. "Freie Presse" hat ein brandneues Modell unter die Lupe genommen.

Deutschneudorf.

Ronny Schmidt könnte wahrscheinlich auch eine ganze Woche lang über das HLF20 reden. Der Deutschneudorfer Feuerwehrchef kennt es in- und auswendig. Aber er kann auch ganz kurz: "16 geballte Tonnen", sagt er mit einer Betonung, als stünden drei Ausrufezeichen dahinter. Und irgendwie hat Schmidt auch recht. HLF20, das neue Fahrzeug der Deutschneudorfer Wehr, hat es in sich.

Wer denkt, ein Feuerwehrauto ist vor allem zum Brände-Löschen da, irrt. Denn das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, so der volle Name des Gefährts, ist ein Multitalent. "Brandbekämpfung, Technische Hilfeleistung, Hochwasserschutz, Höhenrettung, Sturmschäden, Verletztenversorgung und Menschenrettung", zählt Wehrleiter Schmidt auf. Für all das bietet das Fahrzeug Ausrüstung. Die Deutschneudorfer haben es bekommen im Rahmen eines Feuerwehrpartnerprogramms von Kommunen auf deutscher und tschechischer Seite des Erzgebirges. Vorausgegangen waren sieben Jahre mit Ideen, Konzepten und Förderantragstellung. 400.000 Euro über ein EU-Projekt machten es schließlich möglich.

Die Deutschneudorfer konnten den Wagen mit dem Hersteller zusammen quasi gezielt zusammenstellen. Das ist nicht unwichtig. Die Wehr ist auf Höhen- und Tiefenrettung spezialisiert, um beispielsweise Menschen aus Schächten oder Bergbaustollen sowie an Felswänden zu bergen. Dafür bietet das HLF20 nun ebenso die passende Ausrüstung, wie zum Abpumpen bei Hochwasser oder der Rettung von Menschen bei Autounfällen.

Für "Freie Presse" hat Wehrleiter Schmidt Einblick in das HLF20 gewährt. Er ist froh, dass das Auto nun auf dem Hof steht - voll moderner Technik, mit der in den kommenden 25 bis 30 Jahren gearbeitet werden kann. Aber er sagt auch: "Das Fahrzeug ist nichts ohne seine Besatzung." Schmidt ist stolz auf seine Feuerwehrleute, die ihre Freizeit opfern und sich in Gefahr begeben, um andere Menschen zu retten. Daran solle immer zuerst gedacht werden.

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