"350.000 Euro flossen in soziale Projekte"

Werner Sieber, Sekretär des Lionsclubs Flöha/Augustusburg, über den Anspruch der Vereinigung, andere zu unterstützen

Augustusburg.

Es ist eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte. Und wenn man es ganz genau nimmt, hatte sie mit dem Jahrhunderthochwasser 2002 ihren Durchbruch. Anlässlich 25 Jahre Lionsclub Flöha/Augustusburg sprach Katrin Kablau mit dem Sekretär des Hilfevereins Werner Sieber.

"Freie Presse" : Die Operetten-gala auf der Waldbühne, das Weihnachtskonzert in der Stadtkirche sowie der Verkaufsstand beim Wintertreffen. Das sind die drei Termine, bei denen man mit den Lions in Berührung kommt. Herr Sieber, Sie haben aber eine ganz andere Bilanz als Hilfeverein vorzuweisen ...

Werner Sieber: Das ist korrekt. Wir können in unserem Jubiläumsjahr stolz auf 350.000 Euro verweisen. Diese beachtliche Summe finanzieller Unterstützung floss in 25 Jahren Lionsclub Flöha/Augustusburg in soziale Projekte, oft Jugendprojekte, in der Region. Wir haben einige Jugendfeuerwehren mit Schutzbekleidung ausgestattet, Mannschaftszelte finanziert. Die Musikschule Flöha erhält zweckgebunden jährlich 500 Euro. Sportgemeinschaften unterstützten wir mit Ausrüstungsgegenständen mittlerweile im Wert von 15.000 Euro. Die Aufzählung wäre fortzusetzen: Kirchgemeinden, Schulen, Kindertagesstätten ... profitieren über Jahre hinweg von unserem Hilfswerk.

Wie gelingt Ihnen das, wo es doch offensichtlich komplizierter wird, finanzielle Unterstützung zu rekrutieren?

Über die Jahre hinweg erfolgreich geblieben sind wir durch unsere Aktivitäten. Zur Operettengala im Juli zählten wir beispielsweise über 600 Gäste, ernteten viel Lob ob der Organisation und dem hervorragendem Niveau der Veranstaltung auf der Waldbühne. Wir profitieren davon, dass wir mit Berufsmusiker Matthias Bantay einen versierten Insider in unseren Reihen haben, der die Konzerte inhaltlich konzipiert und dem es immer wieder gelingt, dass die Künstler zu verringertem Honorar auftreten. Überschüsse aus den Veranstaltungen reichen wir zu 100 Prozent weiter. Zum Glück konnten wir, bis auf eine Ausnahme, immer positive Ergebnisse bilanzieren: Wir erzielten bei den Konzerten Reingewinne von 612 bis 7215 Euro. Die Einnahmen über die Eintrittskarten werden oft durch Geldspenden von Augustusburger Unternehmen ergänzt.

Den Durchbruch, wie Sie es nennen, hatten Sie ausgerechnet bei einer Katastrophe - der Jahrhundertflut 2002. Wieso das?

Unser Start verlief nicht reibungslos. Wir mussten uns erst einmal mit der Bewegung und den Zielen des Clubs vertraut machen. Als 2002 das Hochwasser uns hier so schwer traf, erhielten wir von Lionsclubs aus allen Teilen Deutschlands in der Summe 250.000 Euro - und das ohne Hilferuf. Wir konnten das Geld an Hilfsbedürftige, vor allem in der Stadt Flöha verteilen, halfen, das Leid zu lindern. Fortan wurden wir auch als Club positiv wahrgenommen. Anträge auf Unterstützung erreichen uns übers Jahr hinweg.

Am dritten Advent wird es das 15. Mal sein, dass Sie zum Weihnachtskonzert in die Stadtkirche Augustusburg einladen. Wissen Sie schon, welches Projekt Unterstützung bekommen wird?

Uns liegt bereits eine Bitte der Jugendfeuerwehr Augustusburg vor. Dieser würden wir gern nachkommen. Dem Förderverein für Nachwuchssport Flöha haben wir eben erst 1000 Euro zum Beschaffen von Sportgeräten überwiesen. Im Übrigen können uns Vereine, Sportgruppen gern kontaktieren.

Das Weihnachtskonzert des Lionsclubs am morgigen Sonntag beginnt 19 Uhr in der Stadtkirche Augustusburg. Karten gibt es laut http://www.lions-floeha-augustusburg.de nur noch an der Abendkasse.

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