500 Jahre Kät: Der Papst lässt grüßen

Die Jubiläumsauflage im Juni wird gespickt sein mit vielen Höhepunkten. Dazu zählt ein Festumzug mit rund 30 Bildern. Doch schon im Mai wartet ein ganz besonderes Spektakel auf die Feierwilligen.

Annaberg-Buchholz.

Das Oktoberfest in München gilt mit mehr als sechs Millionen Besuchern als das größte Volksfest Deutschlands. Da kann die Annaberger Kät mit 100.000 bis 200.000 Gästen nicht mithalten. Dafür ist sie wesentlich älter als das Pendant in der bayerischen Metropole. Und das wird vom 12. bis 21. Juni groß gefeiert. Unter dem Motto "Höher - schneller - weiter" steht das Jubiläum 500 Jahre Kät ins Haus. Und das hat sich sogar bis in den Vatikan herumgesprochen.

Papst Franziskus wird ein Grußwort in die erzgebirgische Kreisstadt übermitteln. Verlesen werden soll es während des ökumenischen Festgottesdienstes, der am 14. Juni auf dem Kät-Gelände stattfinden wird. Wer es verlesen wird, steht im Moment aber noch nicht fest. "Wir müssen noch in Erfahrung bringen, wer das von der Etikette her überhaupt darf", sagte Franziska Herzig, Fachbereichsleiterin Kultur, Tourismus und Marketing, zur Pressekonferenz am Samstag. Im November 2018 war der Stadt bereits aus Rom mitgeteilt worden, dass man dem Wunsch nach einem Grußwort des Papstes gern entsprechen wolle.

Auch wenn die Jubiläums-Kät laut Herzig flächenmäßig nicht erweitert und auch zeitlich nicht verlängert wird, so wird sie dafür gespickt sein mit zahlreichen Höhepunkten. Ein solcher ist ein Festumzug. Er soll etwa 30 Bilder umfassen und die Geschichte der Kät von den Anfängen bis in die Gegenwart erzählen.

In der Annaberger Festhalle, die wieder in die Kät eingebunden wird, ist eine interaktive Ausstellung geplant - unter anderem mit historischen Filmaufnahmen. "Die Besucher sollen dabei eintauchen in ihre eigenen Erinnerungen. Es wird für sie eine Zeitreise werden", versprach Herzig. Neu ist zudem eine Open-Air-Bühne auf dem Kät-Platz für verschiedene Veranstaltungsformate und natürlich die Eröffnung mit dem Fassbieranstich. Das Ganze wird eingebettet sein in rund 100 Fahr-, Schau-, Belustigungsgeschäfte sowie Losbuden, diverse Verkaufsstände und vieles mehr.

Doch schon drei Wochen vorher, vom 21. bis 23. Mai, wird in Annaberg gefeiert. An der Trinitatiskirche der Kreisstadt, dem historischen Ort der Kät-Gründung, plant die Stadt wie vor 500 Jahren ein Trinitatisfest und einen Trinitatismarkt. Neben Marktständen, Musik und Gauklern wird dabei mit einem Theaterstück die Geschichte des Volksfestes lebendig. Erste Proben dafür sollen im März beginnen. Während dieser drei Tage ist zudem geplant, die geschlossene Trinitatiskirche, für die es keine Gemeinde mehr gibt, zu öffnen, sagt Herzig.

Ausgangspunkt des heutigen Volksfestes war eigentlich die Weihe eines Friedhofes, erinnerte Oberbürgermeister Rolf Schmidt während der Pressekonferenz. Damals, am 27. und 28. Oktober 1519, wurde mit Zustimmung von Papst Leo X. der Gottesacker an der Annaberger Trinitatiskirche mit heiliger Erde vom Campo Santo in Rom geweiht. Das war der Beginn einer Wallfahrt, die ab 1520 jährlich Tausende Menschen in die Erzgebirgsstadt lockte und bis heute zum Volksfest lockt. "Annaberg ohne Kät ist nicht vorstellbar und die Kät ohne Annaberg auch nicht", sagte OB Schmidt.

Das Volksfest, das mehr als eine Woche dauert, geht jedes Jahr traditionell mit einem großen Feuerwerk zu Ende. Das wird auch in diesem Jahr nicht anders sein. Allerdings versprach Herzig für jenen Abend noch eine Überraschung. Die will sie aber erst später lüften wie auch noch einige andere. Ihren Worten zufolge müsse sich die Kät nicht vor anderen Volksfesten verstecken, auch nicht vor dem Oktoberfest.

Liebe Leser, schreiben Sie uns bitte, welche Erinnerungen Sie mit der Annaberger Kät verbinden - egal ob vor oder nach der Wende. Haben Sie sich vielleicht auf dem Volksfest kennengelernt oder war die Kät gar Kulisse für einen Heiratsantrag? Auch suchen wir Fotos zum Thema Kät - egal ob in Schwarz-Weiß oder Farbe. Die Adresse lautet "Freie Presse", Lokalredaktion Annaberg, 09456 Annaberg-Buchholz, Markt 8. Eine Einreichung ist aber auch per Mail möglich. red.annaberg@freiepresse.de


Autoscooter ein Favorit

Oberbürgermeister Rolf Schmidt kennt als Frohnauer die Kät seit der Kindheit. Über seine Erinnerungen hat mit ihm Thomas Wittig gesprochen.

Wie alt waren Sie, als der erste Kät-Besuch anstand?

Oh, das weiß ich nicht mehr so ganz genau. Aber es war auf jeden Fall noch vor meiner Schulzeit.

Welches Fahrgeschäft haben Sie besonders gequält?

Auf alle Fälle den Autoscooter sowie die Schlickerbahn. Letzteres war eine Bahn, bei der sich Kähnchen einmal im Kreis und dazu noch hoch und runter bewegt haben.

Was ist Ihre prägendste Erinnerung an das Volksfest?

Das sind die gemeinsamen Besuche mit Freunden. Wir sind meist nachmittags von Frohnau auf die Kät gegangen und haben dann bis zur Schließung der Geschäfte alles Mögliche probiert und getestet. Wir hatten dabei immer viel Spaß. Das waren einfach schöne Zeiten. Ich habe mich jedes Jahr darauf gefreut, dass die Kät wiederkommt. Wir haben das ausgekostet und genossen - die ganze Zeit. tw


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