Affen-Dame soll Emilio beglücken

Die Zeit der Einsamkeit ist für den Auer Miniaffen vorbei. Esmeralda ist bei ihm eingezogen. Nun hofft der Zoo auf Nachwuchs.

Aue.

Große Hoffnungen ruhen auf dem kleinen Äffchen, das vor wenigen Tagen aus Rostock in den Zoo der Minis nach Aue kam. Es ist ein Weibchen der kleinsten Art der Echten Affen, ein Zwergseidenäffchen. Zwei Jahre alt, ihr Name Esmeralda. Sie soll gemeinsam mit dem Männchen Emilio, das dem Zoo von einer einst großen Zuchtgruppe übrig geblieben ist, ein neues Alphapaar bilden und für Nachwuchs sorgen.

"Wir sind optimistisch, dass das klappt", sagt Tierparkchefin Bärbel Schroller. Sie erzählt die Geschichte dahinter: Die ersten Zwergseidenäffchen kamen 2004 in den Zoo der Minis. Paul und Paula waren ein Geschenk des ehemaligen Landrats Karl Matko und stammten aus Nordrhein-Westfalen aus einer privaten Zucht. Sie lebten sich gut in Aue ein und sorgten regelmäßig für Nachwuchs. Auf bis zu sieben Tiere wuchs die Gruppe an.

"Die Tiere sind relativ selten und dadurch begehrt. Indem wir sie verkauft haben, konnten wir dringend benötigtes Geld einnehmen. Außerdem paaren sich in Gruppen von Zwergseidenäffchen immer nur die Alphatiere", erzählt Schroller. Dann aber starb Paul. Die Gruppe bestand nur noch aus vier Tieren, die sich aber nicht mehr vermehrten.

Vor wenigen Wochen starb schließlich auch noch Paula, mit 16 Jahren, was für einen Affen dieser Art sehr alt ist. "Sie war eigentlich noch fit, hatte sich aber einen Infekt eingehandelt. Der Tierarzt konnte sie noch aufpäppeln, doch dann ging es mit ihr rapide bergab, wir mussten sie einschläfern lassen." Übrig blieb allein ihr Sohn.

Der soll es nun gemeinsam mit der "Neuen" richten. Die beiden springen schon gemeinsam im Innengehege herum. Gelegentlich kommen sie sich nahe und schnuppern aneinander. "Sie gehen noch sehr vorsichtig miteinander um, aggressiv zueinander sind sie aber nicht geworden", sagt Schroller.

Bei den allerersten Kontakten war immer ein Zoo-Mitarbeiter zur Beobachtung der beiden dabei, da man nicht abschätzen konnte, wie Emilio auf die Neue reagiert. Dass man das Weibchen nach langer Suche im Rostocker Zoo fand, freut Bärbel Schroller. Vor 14 Tagen brachte sie Mitarbeiter Jens Fährmann von dort mit, der gerade im Urlaub an der Ostsee war.

Zunächst musste sich das Weibchen an die Glasscheiben ihres neuen Zuhauses gewöhnen. "Wir haben sie erst einmal mit Kreide zugeschmiert, die Besucher haben sich vielleicht darüber gewundert", überlegt Schroller. Mittlerweile ist die Kreide ab und man kann die beiden kleinen Äffchen beobachten.

Ihr Kopf und Rumpf sind zusammen 12 bis 15 Zentimeter lang, der Schwanz ist mit 17 bis 23 Zentimetern deutlich länger. Ihr Gewicht beträgt 85 bis 140 Gramm. Die Babys, die jetzt im Zoo der Minis erwartet werden, sind nicht größer als eine Hummel. In der Regel gibt es sie immer im Doppelpack. Die Zwillinge werden von den Vätern und männlichen Mitgliedern der Gruppe umsorgt und nur zum Säugen der Mutter übergeben.

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