Als sich Sammler noch auf Parkplätzen trafen

Der Chemnitzer Günter Kraus zeigt einige seiner Massefiguren im Zöblitzer Serpentinsteinmuseum. Die Ausstellung weckt Kindheitserinnerungen.

Lengefeld.

Die Sonderausstellung im Zöblitzer Serpentinsteinmuseum ist eine Reise in die Kindheit. Der Wolf als Matrose ist dabei nur eine von 766 Figuren, die gezeigt werden. Günter Kraus ist der Sammler, der seine Schatzkammer dafür geplündert hat. Und in der Ausstellung ist nur ein Auszug seiner Sammlung zu sehen. Der Chemnitzer besitzt zu Hause etwa 7000 Figuren. Bei seinem Hobby wird er von seiner Ehefrau Eva Kraus unterstützt: "Er darf das, und ich habe ihm bei der Ausstellung geholfen."

Die wenigsten Figuren stammen dabei aus den bei Kindern beliebten Überraschungseiern, bestätigt Günter Krause. Er entwirft ein völlig neues, unbekanntes Universum. Im Mittelpunkt des Sammlers stehen Massefiguren, die heiß begehrt waren. Vor Jahren noch trafen sich Gleichgesinnte auf großen Parkplätzen oder in Gaststätten in Chemnitz. Schon im Vorfeld der Treffen gab es Absprachen der Art: "Suche Pumuckl, zahle fast jeden Preis." Der Pumuckl war für kurze Zeit das Goldstück unter den Massefiguren. Happy Hippos und alle anderen Überraschungsei-Figuren konnten da nicht mithalten.


Doch das Internet habe alles verändert, betont Günter Kraus. Im Hinblick auf Massefiguren von Herstellern wie Ferrero, Onken, Haribo und Nestlé lässt sich sagen: "Seitdem gibt es die Märkte auf den Parkplätzen nicht mehr, denn die Figuren werden online gehandelt", erklärt er ohne Bedauern. Heute gebe es Plattformen wie "will haben", auf denen selbst die Pumuckls verramscht werden.

Günter Kraus selbst hatte mit der Sammelei nicht für sich angefangen. Es sollte für die Enkel sein, damit sie viele Figuren zum Spielen haben. Doch der ehemalige Elektromonteur und Außendienstler wäre kein richtiger Sammler, wenn die Massefiguren die einzigen Objekte seiner Begierde wären. Denn auch Bierdeckel gehören zu seiner Leidenschaft. Und davon befinden sich viele in seinem Besitz.

Wenn es um seine Sammelleidenschaft geht, ist der Chemnitzer verbissen genau. In einer ganzen Reihe von Leitz-Ordnern hat Günter Kraus alles aufgelistet - welche Figuren er besitzt und welche nicht. Seine Ausgaben für die Massefiguren hat er wiederum im Kopf. Zehn Euro, die er für einzelne gezahlt hat, hören sich im Vergleich zu anderen läppisch an. "Ich habe aber Figuren, die werden mit mehr als 100 Euro gehandelt", erklärt Günter Kraus. Dabei huscht ihm ein triumphierendes Lächeln über sein Gesicht.

Die Ausstellung der Massefiguren des Sammlers Günter Kraus ist bis zum 8. August im Serpentinsteinmuseum Zöblitz zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Donnerstag von 11 bis 15.30 Uhr, Freitag von 10 bis 12.30 Uhr sowie an Wochenenden von 13 bis 16 Uhr.

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